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Die Brücke über die A5 wird Stück für Stück abgetragen. 

A5

Die Brücke ist weg

19 Stunden lang war die A5 für den Abriss eines Steges komplett gesperrt.

Der Stahlquader schwebt 15 Meter über dem Boden – 30 Tonnen schwer, 5,50 Meter breit und 13 Meter lang ist der Koloss, der einst ein Teil der Brücke für landwirtschaftliche Fahrzeuge über die A5 war. Gehalten wird das Brückenteil von einem Kran, in der Luft hängend wartet es darauf, herabgelassen und auf dem Feldweg zerkleinert zu werden. Wie es auch mit den anderen drei der insgesamt vier Teile, aus denen sich die Brücke zusammensetzte, bereits geschehen ist. Funken sprühen, als der Stahl auseinandergeschweißt wird.

Es ist Sonntag, sieben Uhr morgens. Seit 13 Stunden ist die A5 nun schon zwischen dem Nordwestkreuz und dem Bad Homburger Kreuz gesperrt. Sechs Stunden dauert die Vollsperrung noch an. Statt Autos, die mit teilweise mehr als 200 Kilometern pro Stunde über die wichtige Nord-Süd-Verbindung rasen, stehen auf den acht Fahrstreifen zwei große rote Kräne, Bagger und Schuttcontainer. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Lucas Schütz. Er ist der Projektverantwortliche für den Brückenabriss bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen-Mobil.

„Überraschend problemlos“ sei die Vollsperrung der Autobahn verlaufen, berichtet er. Fast pünktlich um 18.15 Uhr habe man mit den Arbeiten beginnen können, der Verkehr wurde über die A3 und die A661 umgeleitet. Von dort gab es keine größeren Staumeldungen.

Immer weniger genutzt wurde der Wirtschaftsweg, dessen Brücke parallel zur S-Bahn-Brücke über die Autobahn verlief. Zudem war er marode. So marode, dass sich eine Sanierung nicht mehr gelohnt hätte. In der Nacht wurde die Brücke abgebrochen. Von der Mitte nach außen wurden Fahrbahnbelag und Stahlbeton abgebrochen, die darunter liegenden Stahlträger freigelegt, in vier Teile zerschnitten, per Kran ausgehoben, zerkleinert und mit einem von insgesamt zwölf Lastwagen abtransportiert.

Die S-Bahn-Gleise blieben zwar unangetastet, ein neues Geländer, insgesamt 52 Meter lang, sichert diese allerdings künftig. „Falls ein Nothalt auf der Brücke nötig ist, müssen die aussteigenden Fahrgäste gesichert sein“, erklärt Schütz. Für die Arbeiten seien ohnehin enge Abstimmungen mit der Bahn nötig gewesen. So verkehrte die S-Bahn 20 Stunden nur auf einem Gleis. „Bei dem Brückenabbruch handelt es sich zwar um eine eher kleine Maßnahme, die dafür nötige Vollsperrung bedarf aber einer viel intensiveren Planung“, so Schütz.

Änderungen seien bei solch einem Projekt aber auch kurzfristig notwendig. So wird die Fahrbahn der Autobahn nicht, wie ursprünglich gedacht, mit Sand vor herabfallenden Brückenteilen geschützt. Acht Schuttcontainer werden stattdessen unter den Brückenpfeilern positioniert. „Den Sand zu entfernen, wäre zusätzlicher Aufwand. Und wir haben ja nicht so viel Zeit“, sagt Lucas Schütz.

Derweil schwebt das 30 Tonnen schwere Brückenteil immer noch in der Luft, als Nächstes soll der zweite Teil des Geländers eingehoben und neben den Gleisen verankert werden. Lucas Schütz blickt auf seine Uhr, es ist kurz vor acht. Vier Stunden Zeit hat er noch, dann muss der Verkehr wieder rollen.

Das tut er zwar, allerdings eine gute Stunde später als geplant. Die Reinigung der Fahrbahn dauert länger, der Verkehr staut sich aus Friedberg kommend bis auf eine Länge von drei Kilometern. Um 13.15 Uhr ist dann alles wieder frei.

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