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Die Wasserstofftankstelle auf der Hanauer Landstraße in Frankfurt.

E-Mobilität

Auf Tour mit Wasserstoff

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Immer häufiger kommen Brennstoffzellen als Autoantrieb zum Einsatz. Die FR beantwortet Fragen zum Stand in Hessen.

Lust auf eine Probefahrt mit einem Brennstoffzellenauto? Bei der E-Mobilität-Messe im Wiesbadener Congress-Center ist dies am Wochenende möglich: am Gemeinschaftsstand der Hessischen Energiespar-Aktion und der Carsharing-Firma Book-n-drive.

Wo wird Wasserstoff-Mobilität bereits genutzt?
In Frankfurt hat Book-n-drive sieben Fahrzeuge im Fuhrpark. Den ersten hatte die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen zur Verfügung gestellt. Im Werksverkehr des Industrieparks Frankfurt-Höchst sind gebrauchte Brennstoffzellenbusse im Einsatz. In Hanau fördert das Land sieben Elektrolieferfahrzeuge mit Brennstoffzelle. Sie sind im Industriepark Wolfgang stationiert und im regionalen Lieferverkehr im Einsatz.

Wann sind die ersten öffentlichen Busse unterwegs?
Ab Sommer 2019 werden in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt elf Linienbusse rollen. Das geschieht im Rahmen eines EU-Projekts. Hessen und Rheinland-Pfalz fördern den Bau einer Wasserstofftankstelle, die der Mainzer Energiepark mit „grünem“ Wasserstoff beliefern wird.

Was ist mit der Schiene?
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat 26 Brennstoffzellenzüge für nichtelektrifizierte Strecken im Taunusnetz ausgeschrieben. Ende 2021 soll der erste Zug fahren.

Wo gibt es Tankstellen?
Derzeit gibt es in Hessen sieben öffentliche Tankstellen für die Betankung eines Autos mit 700 bar: in Darmstadt-Weiterstadt, in Frankfurt (2-mal), Kassel, Limburg, Offenbach und Wiesbaden. Betreiber ist in der Regel das Konsortium H2 Mobility.

Kommen weitere hinzu?
Konkrete Planungen gibt es für das Niederräder Ufer in Frankfurt und für Bad Homburg, sagt Oliver Eich von der Hessischen Landes-Energie-Agentur. Das Besondere hier: Die erste Initiative ging von Bürgern sowie der Stadt Bad Homburg aus. Es gab mehr als 70 Absichtserklärungen für den Kauf eines Brennstoffzellenautos. Daraufhin sagte H2 Mobility für diesen Standort eine eigene Wasserstofftankstelle zu.

Wer fördert solche Projekte?
Mittel gibt es dafür sowohl von der EU als auch von Bund und Land. Auf europäischer und Bundesebene gibt es in der Regel Programme. In Hessen läuft die Förderung meistens einzelfallbezogen. Die Förderung von Elektrobussen, auch mit Brennstoffzellen, erfolgt durch ein eigenes Landesprogramm.

Und wo kann ich Brennstoff-Mobilität testen?
Auf der Wiesbadener Messe zum Beispiel, an Stand 803 in der Halle Süd. Dort stehen zwei Brennstoffzellenfahrzeuge mit elektrischem Antrieb für Probefahrten zur Verfügung: ein Toyota Mirai der H2BZ-Initiative Hessen und ein Hyundai ix35 Fuel Cell von Book-n-drive. Anmeldungen sind mit Führerschein am Stand möglich. Je nach Fahrzeugtyp liegt die Reichweite den Angaben zufolge zwischen 500 bis 800 Kilometern. Die Betankungszeit mit Wasserstoff dauert demnach nicht länger als beim Benziner: nach rund drei Minuten kann es weitergehen.

Was sagt die Politik?
Ein Drittel der hessischen Treibhausgasemissionen geht auf das Konto des Verkehrs, sagt Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Es gelte zügig eine klimafreundliche Mobilität anzusteuern. Ob der Strom besser in einer Batterie gespeichert wird oder in Form von Wasserstoff, hänge von den Gegebenheiten ab. „Die Wasserstofftechnologie hat ihren Platz in der Verkehrswende, und Hessen verfügt auf diesem Gebiet über große Kompetenz.“

E-Mobilität-Messe Wiesbaden im Rhein-Main-Congress-Center, bis Sonntag, 24. Februar. 10 bis 18 Uhr, Eintritt 9 Euro, bis einschließlich 16 Jahre frei.

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