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Brandbekämpfung in Zeiten großer Trockenheit

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Kreistag diskutiert über Prävention und sieht noch offene Fragen

hochtaunus - Die hohe Zahl von Waldbränden in den letzten Wochen, von denen auch der Hochtaunuskreis nicht verschont geblieben ist, hat die Fraktionen von FDP und AfD im Kreistag aufgeschreckt und das Thema Waldbrand und seine Bekämpfung in der Sitzung des Kreistages zur Sprache bringen lassen. Ein Antrag der FDP, im Ausschuss Bau, Planung, Verkehr und Umwelt zu berichten, wie der Katastrophenschutz im Hochtaunus und die örtlichen Feuerwehren im Kreisgebiet mit der Problematik umgehen und welche Vorkehrungen getroffen werden können, fand die einhellige Zustimmung aller Fraktionen. Der Antrag der AfD, Drohnen zur Früherkennung von Waldbränden einzusetzen, fand Zustimmung nur bei der eigenen Fraktion, weil das Angelegenheit des Katastrophenschutzes des Landes Hessen sei, wie es von der Koalition hieß. Außerdem würden schon Aufklärungsflugzeuge und Hubschrauber der Polizei zur Observation, aber auch zum Löschen aus der Luft mit sogenannten Bambi-Buckets eingesetzt, wie der Feuerwehrexperte der CDU-Fraktion, Norbert Fischer, erläuterte. Auch der Forst observiere den Wald intensiv. Generell teilte Fischer die Besorgnis, dass die Waldbrandgefahr bei langer Trockenheit sogar noch weiter zunehmen könnte. Früher, zitierte er Kreisbrandinspektor Carsten Lauer, habe es „Brände im Wald“ gegeben, heute habe man es dagegen immer häufiger mit „Waldbränden“ zu tun.

Weitere Fragen der FDP betreffen möglicherweise schon aus dem Königsteiner Feuer gezogene Lehren, aber auch die Art und Weise, mit der Forst, Hegegemeinschaften und Jagdbehörden in die Thematik einbezogen sind. Ascan Iredi, der den FDP-Antrag begründete, betonte, dass die Nachfrage nicht im Geringsten Kritik an der Arbeit der Feuerwehren transportiere, im Gegenteil. Die Wehren hätten fantastisch gearbeitet und damit vermutlich weit Schlimmeres verhindert. Um so mehr gelte es zu klären, wie Waldbrände zu verhindern sein könnten. Fragen gebe es viele, etwa ob vielleicht Rückhaltebecken oder unterirdische Zisternen zur Löschwasservorhaltung im Wald sinnvoll sind. Die FDP möchte auch wissen, wie die Nutzung von Brauchwasser unter Einhaltung der Hygienebestimmungen in die Einsatzplanung einbezogen werden kann. Schließlich seien die Feuerwehren auch dafür da, im Fall eines Wassernotstandes mit ihren Löschfahrzeugen Trinkwasser zu transportieren.

Geklärt werden müsse ferner, wie mit Totholz im Wald umgegangen werden soll, einerseits sei es ökologisch als Lebensraum für Kleintiere von hohem Wert, andererseits aber auch Brandbeschleuniger und damit Risikofaktor.

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