Das Dach des Mittelteils der Hofreite ist zerstört.
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Das Dach des Mittelteils der Hofreite ist zerstört.

Bad Homburg

Brand wirft Wohnprojekt zurück

  • vonAlexander Wachtershauser
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Beim Brand auf dem Ober-Erlenbacher Oberhof wäre um ein Haar das gesamte Mehrgenerationenprojekt in Bad Homburg zerstört worden. Der Schaden im historischen Oberhof übersteigt 350 000 Euro.

Am Tag nach dem Brand auf dem Ober-Erlenbacher Oberhof steht fest: Man ist haarscharf noch einmal davongekommen. Dank des raschen Eingreifens und einer speziellen Löschtaktik gelang es den Einsatzkräften, das Feuer auf den Südteil des Oberhofs beschränkt zu halten. Ansonsten wäre das komplette Gebäude des Mehrgenerationenprojekts wohl nicht mehr zu retten gewesen. Die Feuerwehrleute kühlten die Brandschutzmauern von außen, so dass sie den Flammen standhalten konnten.

Was den Brand verursacht hat, stand gestern noch nicht fest. Das unübersichtliche Spurenbild lasse noch keine Schlüsse zu. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen, es gebe aber keine Hinweise auf eine Brandstiftung, heißt es von der Stadt. Am Tag des Brandes am Dienstag fanden zwar Dacharbeiten statt, doch diese hätten kein offenes Feuer erfordert. Ohnehin habe man strikt auf die Einhaltung des Feuerverbots geachtet, betont man bei der Genossenschaft „Unser Oberhof“.

Ein Statiker wurde hinzugezogen, der nun untersuchen muss, inwieweit das Gebäude selbst, aber auch die Zwischendecken in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der zunächst geschätzte Sachschaden von 350 000 Euro wird voraussichtlich höher ausfallen. Die Stadt geht „von einem „mittleren sechsstelligen Bereich“ aus. Genaueres könne man aber erst sagen, wenn auch der Denkmalschutz die Schäden inspiziert habe. Die historischen Dachsparren seien ebenso zerstört wie die komplette Dachabdeckung. Hinzu kommen Löschwasserschäden und Schäden am Putz an der Westfassade, die beim Löscheinsatz entstanden sind.

Weil es gelang, das Feuer auf einen Gebäudeteil zu begrenzen, konnte gestern an den übrigen Flügeln bereits weitergearbeitet werden.

„Wir gehen davon aus, dass die ersten Wohnungen im Neubauflügel nach wie vor zum 1. November bezogen werden können“, sagte Hans Preißl von der Genossenschaft.

In der rund 200 Jahre alten Hofreite sollen 29 Wohnungen entstehen. Außerdem ist Platz für die Stadtteilbibliothek, die Volkshochschule, die Diakonie, eine Arztpraxis und möglicherweise einen Jugendclub vorgesehen.

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