+
Ministerpräsident Bouffier.

Nordamerika-Reise

Bouffier will bei Nordamerika-Reise für Finanzplatz Frankfurt werben

  • schließen

Mit Blick auf einen drohenden ungeregelten Brexit sei das Interesse, Finanzinstitute und entsprechende Geschäfte in die Rhein-Main-Region zu holen, noch viel stärker.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bricht am Sonntag zu einer einwöchigen Reise in die USA und nach Kanada auf. Dabei will er im kanadischen Toronto Anregungen finden, wie Fachkräfte – etwa durch Einwanderung – gewonnen werden können.

Auch die Entwicklung eines Stadtteils von Toronto zur „Smart City“, in dem die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung erprobt werden, stößt bei dem Besucher aus Hessen auf Interesse. Das Projekt wird von einer Firma aus dem Google-Konzern Alphabet vorangetrieben und steht bei Datenschützern in der Kritik. Die „Smart City“ sei „ein spannender Punkt für die Wirtschaft und für uns“, sagte Bouffier am Freitag in Wiesbaden.

Begleitet wird der Ministerpräsident von Digitalisierungsministerin Kristina Sinemus (parteilos), von Landtagsabgeordneten und Vertretern der hessischen Wirtschaft. Außerdem sind nahezu alle Präsidenten der hessischen Hochschulen mit an Bord.

Werbung für Finanzplatz

Auch in New York sollen Fragen der Digitalisierung erörtert werden. Im Vordergrund steht dort aber die Werbung für den Finanzplatz Frankfurt. „Nachdem der Brexit eher ungeregelt läuft, ist das Interesse noch größer“, berichtete der hessische Regierungschef.

Ihm geht es darum, Finanzinstitute nach Rhein-Main zu locken, für die auch Paris oder Luxemburg eine Alternative zu London sein könnten. Ursprünglich hatte Bouffier bereits im März nach New York reisen wollen. Wegen seiner Krebsbehandlung musste der Ministerpräsident den Plan aber absagen.

Werbung für Hessen will Bouffier nun auch in Chicago machen. Dort eröffnet er ein Büro, von dem aus der Standort Hessen auf dem nordamerikanischen Kontinent vermarktet werden soll.

Die hessische Delegation besucht außerdem den US-Bundesstaat Wisconsin, mit dem das Bundesland seine älteste Partnerschaft unterhält. Ungewiss ist allerdings noch, ob ein Treffen Bouffiers mit dem neuen Gouverneur Tony Evers zustande kommt. Der Demokrat hatte im Januar die Nachfolge des Republikaners Scott Walker angetreten, der dem neuen Amtsinhaber in der Wahl unterlegen war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare