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Volker Bouffier.

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Konservativer Männerbund

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Volker Bouffier hätte niemals einen Beauftragten-Posten für Nordamerika erfunden, wenn nicht gerade Clemens Reif aus dem Landtag ausgeschieden wäre.

Still und heimlich hat die Landesregierung einen neuen Posten geschaffen und den alten CDU-Kumpel Clemens Reif darauf gesetzt. Volker Bouffier wird schon seine Gründe gehabt haben, warum er die Personalie nicht an die große Glocke gehängt hat. Denn sie riecht nach politischer Vetternwirtschaft zwischen zwei alten konservativen Freunden.

Wohlgemerkt: Es geht nicht um eine hauptamtliche Stelle mit einer Vergütung. Die hätte der Unternehmer Clemens Reif auch wahrlich nicht nötig, der zu seiner Landtagszeit mit den schnittigsten Fahrzeugen vorfuhr.

Männerbund funktioniert bis heute

Es stellt sich aber sehr wohl die Frage, ob Hessen neben seinem Büro in den USA wirklich noch einen Regierungsbeauftragten benötigt, den es mit 150 000 Euro Reisespesen über fünf Jahre ausstattet. Der politische Führungsapparat ist bereits so aufgebläht, dass es verwundert, wenn die Kontaktpflege jetzt noch ausgesourct werden muss.

Mehr zum Thema: Posten für Bouffiers Kumpel Reif

Man liegt sicher nicht falsch mit der Vermutung, dass dieser Beauftragten-Posten niemals erfunden worden wäre, wenn nicht gerade Clemens Reif aus dem Landtag ausgeschieden wäre. Für den 70-Jährigen, einen Weggefährten Bouffiers aus der berühmt-berüchtigten „Tankstellen“-Connection, musste offenbar eine offizielle Mission gefunden werden. Der CDU-Männerbund aus den 80er-Jahren funktioniert bis heute, auch in schwarz-grünen Zeiten.

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