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Abgestorbene Fichten.

Hessen Forst

Borkenkäfer mit Holzeinschlag kaum zu stoppen

Trockenheit und Sturmschäden bescherten dem Borkenkäfer ideale Brutbedingungen. Nun sind die Probleme groß.

Im Kampf gegen Borkenkäfer zieht Hessen Forst die Reißleine. Weil die Schädlingsplage im Wald durch die Aufarbeitung von befallenem Holz kaum in den Griff zu kriegen ist, hat die Landesbehörde die Arbeiten deutlich zurückgefahren. Man habe die Forstämter aufgefordert, im vierten Quartal keine neuen Aufträge zur Käferholzaufarbeitung mehr zu erteilen, sagte Landesbetriebsleiter Michael Gerst am Freitag in Kassel. Stattdessen sollen sich die Arbeiten auf schützenswerte Bereiche beschränken.

Trockenheit und Sturmschäden bescherten dem Borkenkäfer ideale Brutbedingungen. Doch anders als in den Vorjahren gibt es keine drei, sondern nur zwei Käfergenerationen. Zudem zogen sich die Schädlinge bereits im September zum Überwintern in den Boden zurück. „Auch die Natur reagiert für uns unerwartet auf die grundlegenden klimatischen Veränderungen“, erklärte Gerst. Eine Aufarbeitung des Holzes bringe daher wenig und sei teuer. Denn die Preise für das befallene Fichtenholz sind am Boden.

„Wir finden in diesem Zusammenhang keine forstfachliche oder betriebswirtschaftliche Begründung dafür, weiterhin Aufarbeitungskosten für unvermarktbare Holzsortimente zu produzieren, ohne bei der Bekämpfung des Borkenkäfers überhaupt noch nennenswerte Effekte erzielen zu können“, erklärte der Hessen Forst-Leiter. Die Entscheidung treffe man in Verantwortung gegenüber dem Land und seinen Bürgern.

Die Arbeit werde den Förstern in den Herbst- und Wintermonaten trotzdem nicht ausgehen: „Die gravierenden und seit dem Sommer dramatisch zunehmenden Schäden an Buchen erfordern zudem kurzfristig umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen, zum Beispiel entlang von Straßen.“ (dpa)

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