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Eschborn

Zur Boomtown in 1250 Jahren

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Aus „Aschenbrunne“ ist Eschborn geworden. Die Stadt feiert ihre 1250-jährige Geschichte, die mit 43 Leibeigenen und einem Weinberg begann.

Adnan Shaikh ist überzeugt, dass Eschborn schon vor 1250 Jahren eine florierende Siedlung war. Der neue Bürgermeister weiß seine Stadt ins rechte Licht zu rücken, sein ganzes erstes Amtsjahr über will er das mit seinem Rathausteam und vielen anderen Helfern tun und den Wandel vom kleinen ländlichen Flecken hin zu einem „modernen Handels- und Dienstleistungszentrum in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main“ mit den Menschen in der Stadt und ihren Gästen feiern.

Festtermine

Wie wichtig das Eschenfest ist, wird schon im Festkalender festgelegt. Das traditionelle Fest markiert Mitte Mai den Anfang der großen Party noch vor dem Festkommers zum Jubiläum. Es wird vom 15. bis 17. Mai erstmals über drei Tage gefeiert. Absoluter Höhepunkt: Ein Trip mit dem Riesenrad auf 38 Meter Höhe, die Stadt bezahlt die Hälfte des Preises von fünf Euro. Drei Bühnen für Live-Programme wird es geben, Walk-Acts im gesamten Festbereich, einen Krammarkt entlang der Oberortstraße und vieles mehr.

Weiter geht es mit einem Summertime-Theaterspektakel am 19. Juni auf dem Eschenplatz, am 27. Juni wird im Skulpturenpark die Sonderausstellung „Bricks and Stones“ eröffnet, am 30. Juni die Ausstellung „1250 Jahre Eschborn – ein historischer Rückblick“ im Stadtmuseum.

Damit keine Feierpausen zwischen Eschenfest, Sommer-Open-Air-Kino im August und Chorpicknick im Skulpturenpark im September einreißen, präsentieren sich von Juli bis Mitte September an jedem Wochenende Rheingauer Winzer am Weinstand vor dem Museum. 

Um „eine Hufe Land und 43 Leibeigene und einen Weinberg“ ging es bei einer Schenkung der Brüder Risolf und Hadalmar an das Kloster Lorsch im Jahr 770, die im berühmten „Lorscher Codex“, dem ältesten Grundbuch der Region, verbrieft ist. „Aschenbrunne“ hieß damals noch, was heute weltweit durch Wirtschaftskraft und einen Rad-Klassiker bekannt ist. „Ein stolzes Jubiläum“, sagt Shaikh. Vor ein paar Monaten noch hat er die Heinrich-von-Kleist-Schule im Ort geleitet und saß mit in der Jury, die sich für ein Logo zum Stadtjubiläum entscheiden musste. Im Kunst-Leistungskurs der Schule waren junge Frauen und Männer kreativ, entschieden hat sich die Jury für den Entwurf von Stella Svalina, Tom Barton und Leon Steinbach, dessen Form an ein Wappen erinnert und nun auf allen Merchandise-Artikeln zur Jubiläumsfeier erscheint. Auf Rucksäcken und Apfelwein-Gläsern ist das Logo zu sehen, auf bunten Fächern, T-Shirts und Strohhüten. Es zeigt eine differenziert gestaltete Häusergruppe, die eine Verbindung zwischen dem alten Ortskern und dem boomenden Gewerbegebiet mit seinen Hochhausbauten herstellen soll. Die Lebensader, der Westerbach, gehört zur alten und zur neuen Stadt, gegründet sind beide auf dem Wurzelgeflecht einer Esche, die der Stadt den Namen gab. Ein Logo mit Symbolwirkung, Adnan Shaikh sieht die Stadt „fest verwurzelt in Tradition und Moderne“.

Die nicht ganz lineare Entwicklung von „Aschenbrunne“ zur heutigen Boomtown Eschborn zeigt eine hübsche Illustration von Sandra Beer mit den Jahreszahlen im stets präsenten und weiterfließenden Westerbach. Im Großformat erinnert sie im Rathaus-Sitzungssaal an einer Seitenwand das ganze Jahr daran, was zu feiern ist. Die zahlreichen geplanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr wird sie in unterschiedlicher Größe zieren, beim offiziellen Festakt mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den Vereinen wird sie auch den Ortsfremden einen Blick auf die Geschichte und Ortsentwicklung bieten. Am 12. Juni wird ganz offiziell an den Beginn der Erfolgsstory erinnert, am gleichen Tag feiert das Volk draußen ein „Bürgerfest“ auf dem Rathausplatz.

Eine Stadt hat Geschichte und immer auch Geschichten, die es wert sind, sichtbar gemacht und weitererzählt zu werden. Um auch die junge Generation und die folgenden dafür zu begeistern, haben wiederum Schülerinnen und Schüler der Heinrich-von-Kleist-Schule die „Entdeckerkarte Eschborn“ entwickelt. Um „Orte und Geschichte(n)“ digital zu entdecken. Entstanden sind bisher acht multimediale Beiträge, geschaffen vom Orientierungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe 11, unterstützt von Stadtarchivar Gerhard Raiss und Jennifer Fleischmann und Lucia Primavera vom städtischen Kulturreferat. Spannende Beiträge über ein ausgebuddeltes alamannisches Gräberfeld, den Militärflugplatz im Zweiten Weltkrieg, die Überseefunkstelle auf dem ehemaligen Flugplatz, das Arboretum zwischen Eschborn und den Nachbarkommunen Sulzbach und Schwalbach und vieles mehr. Alles zu finden unter www.eschborn.de/entdeckerkarte

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