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Feierliche Präsentation des Superjumbos im französischen Toulouse: Der A380, auf dessen Tragflächen etwa 70 Autos Platz fänden, hat in der Standard-Variante 555 Sitze und kostet laut Preisliste 250 Millionen Dollar. Je nach Kundenwunsch lassen sich Arbeitsräume für Geschäftskunden oder Bars einrichten.

Starterlaubnis für den Giganten der Lüfte

In Toulouse wird das größte Passagierflugzeug der Welt der Öffentlichkeit präsentiertIm Beisein der Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens wurde der Airbus A 380 am Dienstag öffentlich vorgestellt. Anfang April soll das Flugzeug, das Platz für bis zu 853 Reisende bietet, zu seinem Jungfernflug starten.

Toulouse (rtr). Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, soll Anfang April zu seinem Jungfernflug starten. Das Flugzeug, das bis zu 853 Reisenden Platz bietet, wurde am Dienstag im Beisein der Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens in Toulouse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS will damit seinen Vorsprung vor dem US-Rivalen Boeing ausbauen - litt aber zuletzt unter einem Machtkampf um die Führungsspitze und musste Kosten- und Gewichtsprobleme des A380 einräumen.

"Wenn es etwas gibt, um das wir uns keine Sorgen machen, dann ist das der wirtschaftliche Erfolg dieses Flugzeugs", sagte Airbus-Chef Noel Forgeard vor der Veranstaltung mit 5000 Gästen dem Sender RTL. Ab dem 250. Flugzeug verdient das Unternehmen nach eigenen Angaben Geld. "Wir werden 700 oder 750 verkaufen. Das ist nämlich ein Flugzeug, das für 30 oder 40 Jahre fliegen wird."

Forgeard gab sich zuversichtlich, noch vor Ostern einen Großauftrag aus China zu erhalten und kündigte bis Anfang April den ersten Flug des A380 an. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sagte, er gehe davon aus, dass die Fluggesellschaft die Zahl ihrer Bestellungen für den Superjumbo von derzeit 15 noch erhöhen werde.

Airbus hat bereits Zusagen für A380-Aufträge im Volumen von knapp 40 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro) erhalten; derzeit liegen 149 Bestellungen von 14 Kunden vor. Die Käufer hoffen auf geringere Unterhalts- sowie Betriebskosten und damit größere Gewinne, denn nach wie vor spürt die Branche die Folgen der durch die Anschläge vom 11. September 2001 ausgelösten Luftfahrtkrise.

Mit dem A380 will Airbus seinen Vorsprung vor dem Konkurrenten Boeing ausbauen, den er 2003 erstmals bei den Auslieferungen überholen konnte. Die Amerikaner hatten mit ihrer 416-sitzigen 747-400 fast vier Jahrzehnte lang im Segment der großen Langstrecken-Flugzeuge den Ton angeben.

Die vergangenen Wochen gestalteten sich für Airbus und die EADS keineswegs einfach. So hatte Forgeard nach einem wochenlangen Machtkampf seine Ernennung zum EADS-Co-Chef durchgesetzt. Sein noch amtierender Vorgänger Philippe Camus brachte hierüber vergangene Woche öffentlich seinen Ärger zum Ausdruck: "Ich hatte nicht gedacht, dass ein menschliches Wesen so falsch sein kann." Rainer Hertrich, EADS-Co-Chef der deutschen Seite, kündigte seinen Rückzug an - um eine Zusammenarbeit mit Forgeard zu vermeiden, wie spekuliert wird.

Fitness-Studio, Bar und Schönheitssalon an Bord

Hinzu kamen Gewichtsprobleme beim A380, der mit 24 Metern etwa so hoch wie ein achtgeschössiges Haus ist. Weil Airbus verstärkt auf Leichtbau-Techniken setzen musste, kletterten die Entwicklungskosten auf rund zwölf Milliarden Euro - bis zu 1,45 Milliarden Euro mehr als veranschlagt. Auf Kundenseite hatte dies zu Verunsicherung geführt. "Wir sind jetzt etwa fünf Tonnen schwerer als ursprünglich geplant, aber bei 560 Tonnen Startgewicht sind das weniger als ein Prozent", versuchte Airbus-Vertriebschef John Leahy die Bedenken zu zerstreuen. "Die Airlines sind keineswegs besorgt." Die EADS-Aktie notierte in Paris bis zum Mittag mit 23,13 Euro um 2,4 Prozent schwächer.

Der A380, auf dessen Tragflächen etwa 70 Autos Platz fänden, hat in der Standard-Variante über 555 Sitze und kostet laut Preisliste 250 Millionen Dollar. Je nach Kundenwunsch lassen sich Arbeitsräume für Geschäftskunden oder Bars einrichten.

Richtig auf den Putz will aber der Airbus-Kunde Virgin hauen: Er plant einen Schönheitssalon, ein Fitness-Studio, ein Casino und Doppelbetten mit ein. "Wenn man dann spielen kann und Doppelbetten hat, gibt es vielleicht gleich zwei Möglichkeiten, an Bord eines Virgin-Flugzeuges glücklich zu werden", sagte Airline-Chef Richard Branson.

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