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101 Jahre nach dem Erstflug der Gebrüder Wright gilt der Flug des Airbus A380 als ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt.

Erfolgreicher Jungfernflug des A 380

Super-Airbus nach vier Stunden wieder gelandetDas größte Passagierflugzeug der Welt ist am Mittwoch erfolgreich zu seinem Jungfernflug gestartet. Der Airbus A380 hob unter den Augen tausender Schaulustiger auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac ab und landete vier Stunden später wieder dort.

Blagnac (ap/dpa). Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, ist am Mittwoch erfolgreich zu seinem Jungfernflug gestartet. Unter den Augen von mehreren tausend Zuschauern auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac hob die Kraft der vier gewaltigen Triebwerke das Großraumflugzeug um 10.29 Uhr in die Luft. Knapp vier Stunden später, gegen 14.25 Uhr, setzte der A 380 mit zwei Piloten und vier Ingenieure an Bord wieder auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac auf.

101 Jahre nach dem Erstflug der Gebrüder Wright gilt der Flug des Airbus A380 als ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt.

Die Zuschauer feierten den Jungfernflug mit Jubelrufen und Applaus. Die Lärmentwicklung der Triebwerke blieb erstaunlich gering. Der doppelstöckige Passagierjet bietet in seiner Standardversion 555 Passagieren Platz und kann bis zu 15.000 Kilometer nonstop fliegen. Der erste Linieneinsatz soll 2006 bei Singapore Airlines folgen.

Der Erstflug des Airbus A380 hatte Tausende an den Flughafen von Toulouse gelockt. Schon seit dem frühen Morgen strömten die Menschen an den Rand des Flugfelds auf der Suche nach den besten Plätzen. Die Straßen, die zum Flughafen führen, seien hoffnungslos überfüllt gewesen, sagte ein Flughafensprecher. In Toulouse sind an mehreren Plätzen Großbildleinwände aufgebaut worden, auf die die Bilder vom Flughafen übertragen werden. Nach wochenlangem schlechten Wetter schien am Mittwoch die Sonne über Toulouse. "Petrus ist fliegt mit", kommentierte ein Beobachter vor Ort.

Gigant der Lüfte - Made in Europe

In der Basisversion des Großraumflugzeugs finden mindestens 555 Fluggäste Platz. Auf Kundenwunsch können aber erheblich mehr Sitze eingebaut werden. Der A380 kann rund 15.000 Kilometer Flugstrecke ohne Zwischenlandung zurücklegen - also nonstop Verbindungen zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien bewältigen.

Deutschland liefert das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Das Mittelteil kommt aus Frankreich. Großbritannien steuert die Tragflächen und Spanien das Heck bei. Zusammengebaut wird das Flugzeug in Toulouse. Die Inneneinrichtung wird schließlich im Airbus-Werk Hamburg Finkenwerder eingebaut, wo der Airbus auch lackiert wird.

Das Großraumflugzeug, das etwa 540 Tonnen wiegt, ist zweistöckig, mit Sitzen auf beiden Etagen. Das Cockpit befindet sich zwischen den Ebenen. Auf Wunsch können die Maschinen mit großzügigen Unterhaltungs- oder Schlafmöglichkeiten für Fluggäste ausgestattet werden. Die Kosten für die Entwicklung des Großraumflugzeuges belaufen sich auf rund 14 Milliarden Euro, etwa 18 Prozent mehr als zunächst geplant.

Mit dem A380 will Airbus das Monopol brechen, das der US-Konkurrent Boeing mit seiner 747 hat. Boeing hat Pläne für die Entwicklung eines größeren Jumbos verschoben und setzt stattdessen auf billigere mittelgroße Langstreckenflugzeuge wie die 7E7.

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