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Den Charakterbuckel trägt die gute alte 747 auch in der Frachtversion. Hier eine Aufnahme vom Frankfurter Flughafen aus dem Jahre 2003.

Boeing will Angriff kontern

Vergrößerter Jumbo soll Airbus-Monopol verhindernDer Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing plant im zivilen Flugzeugbau eine größere und modernisierte Version seines 747-Jumbos. Damit wollen der US-Hersteller verhindern, dass der europäische Rivale Airbus mit seinem neuen Jet A380 eine Monopolstellung bei Großraumjets erhält.

Düsseldorf (dpa). Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing plant im zivilen Flugzeugbau eine größere und modernisierte Version seines 747-Jumbos. Damit wollen der US-Hersteller verhindern, dass der europäische Rivale Airbus mit seinem neuen Jet A380 eine Monopolstellung bei Großraumjets erhält.

"Wir sind der einzige Anbieter, der aktuell in der Lage ist, die Lücke zwischen 400 und 500 Sitzen zu füllen", sagte Boeing-Marketingchef Randy Baseler dem "Handelsblatt". Airbus wird am Dienstag das weltgrößte Passagierflugzeug A380 bei einer Feier mit mehr als 5000 Teilnehmern in Toulouse erstmals der breiten Öffentlichkeit vorstellen. Ende März soll der Erstflug sein, ab 2006 die Auslieferung an die Fluggesellschaften beginnen. In der Standardversion hat der Airbus 555 Sitze.

Boeing prüfe derzeit intensiv die Entwicklung eines 450-Sitzers 747 Advanced, der mit den Triebwerken und der Technologie der neuen 7E7-Generation ausgestattet werden solle, sagte Baseler der Zeitung. Im Vergleich zur bisherigen 747-400, die in der Regelausstattung 419 Passagieren Platz bietet, könnte der neue Jet mit zehn bis 15 Prozent günstigeren Betriebskosten fliegen.

Nach Informationen der Zeitung aus Branchenkreisen versucht Boeing mit allen Mitteln, das Programm noch in diesem Frühjahr offiziell zu starten. "Speziell die 747-Linie steht unter großem Druck. Wenn nicht schnell eine Weiterentwicklung des Jumbos kommt, bleibt Boeing nur der Ausstieg aus diesem Programm", meinte ein führender Branchenberater. "Dann würde man Airbus das prestigeträchtige Großraumsegment komplett überlassen." Seit Airbus seine rund zwölf Milliarden Euro teure Neuentwicklung A380 anbiete, blieben große Bestellungen für die in die Jahre gekommene Boeing 747 aus. 2004 gab es demnach für den Jumbo nur noch zehn Aufträge, und zwar ausschließlich von Fracht-Airlines.

Marketingchef Baseler habe allerdings nicht bestätigen wollen, dass der Verkaufsstart der 747 Advanced bereits auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris im Juni bekannt gegeben werden solle. Baseler sagte, die Boeing-Führung werde "im Laufe des Jahres eine Entscheidung treffen". Branchenexperten schätzen die Kosten für die Weiterentwicklung der 747 auf rund 2,5 Milliarden Euro.

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