Minikameras bei Polizeieinsätzen
+
Eine „Bodycam“ ist eine kleine Videokamera, die auf der Schulter eines Polizisten befestigt wird.

Hessen

Bodycams für alle Polizeistreifen in Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Hessens Innenminister Beuth kündigt die Anschaffung weiterer Kameras für die Polizei an. Der Hessische Landtag zeigt sich besorgt über Angriffe auf Beamte.

Hessen stattet die Polizei mit mehr Bodycams aus, um Konflikte zu beruhigen und Straftaten zu dokumentieren. „Künftig wird jede Streife über eine Schulterkamera verfügen, die dann je nach Einsatzlage genutzt werden kann“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Hessischen Landtag.

Hessen hatte die Kameras vor fünf Jahren als erstes Bundesland eingeführt. Derzeit seien 400 Bodycams im Einsatz, sagte Beuth. Die 100 Geräte der ersten Generation würden aber nach und nach durch modernere Kameras ersetzt. Perspektivisch stünden damit 700 moderne Schulterkameras bei der Polizei zur Verfügung.

Beuth gab seine Pläne in einer von zwei Debatten über Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt, die am Donnerstag im Landtag geführt wurden. Eine war von der AfD beantragt worden, eine weitere von der CDU. Sie nahmen die Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte in Dietzenbach und Stuttgart zum Anlass, aber auch umstrittene Äußerungen der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken und einer „taz“-Kolumnistin.

„Wer andere schützt, braucht dringend den Rückhalt unserer Gesellschaft“, forderte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Holger Bellino. Seine Fraktion fordere „Wertschätzung und Dank statt Generalverdacht und Respektverlust“, aber auch eine Strafverschärfung für Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten.

Die FDP hält eine schnelle Bestrafung für wichtiger. „Was ist mit den Tätern von Dietzenbach? Sind die bestraft worden?“, fragte ihr Innenpolitiker Stefan Müller. In Dietzenbach hatten junge Männer Ende Mai Einsatzkräfte in eine Falle gelockt und dann angegriffen.

„Mit einer weiteren Verschärfung von Strafen werden wir das Respekt- und Gewaltproblem aber nicht in den Griff bekommen“, fügte die sozialdemokratische Abgeordnete Karin Kartmann hinzu. Nötig sei „neben der konsequenten Verfolgung und Bestrafung von Tätern eine breite gesellschaftspolitische Debatte darüber, wie wir wieder mehr gegenseitige Wertschätzung und gegenseitigen Respekt etablieren können“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare