Bad Vilbel / Karben

B3 bleibt vorerst zweispurig

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Der vier Kilometer lange zweispurige Abschnitt zwischen den beiden Stadtteilen von Bad Vilbel steht im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit der Dringlichkeitsstufe "Weiterer Bedarf" und wird als zweitrangig bewertet.

Einen baldigen Baubeginn, um den verkehrstechnischen Flaschenhals der Bundesstraße 3 zwischen dem Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil und dem Karbener Stadtteil Kloppenheim zu beheben, wird es wohl nicht geben. Auf FR-Anfrage teilt die Landesstraßenbehörde Hessen mobil mit, dass sich seit der Einstufung des Vorhabens im Mai 2017 nichts geändert habe.

Der vier Kilometer lange zweispurige Abschnitt zwischen den beiden Stadtteilen steht im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit der Dringlichkeitsstufe „Weiterer Bedarf“ und wird damit als zweitrangig bewertet. Laut dem hessischen Verkehrsministerium wird sich auf der B3 zwischen Dortelweil und Kloppenheim zumindest bis 2021 nichts tun. „Dementsprechend liegt Hessen mobil ein vom Verkehrsministerium erteilter Planungsauftrag nicht vor“, so eine Pressesprecherin der Behörde.

„Hessen mobil hat bei der Stadt Karben auf Zeit gespielt“, urteilt CDU-Fraktionschef Mario Beck. Seine Fraktion stellte vor gut einem Jahr einen Antrag, um das Ausbauprojekt mit einem externen Planungsbüro zu beschleunigen. Das Parlament stellte hierzu 50 000 Euro in den Haushalt. „Stadt und Vertreter der politischen Gremien hatten im Dezember mit Hessen mobil einen Termin, bei dem die nächsten Schritte und die Verkehrszählung erörtert werden sollten. Das Treffen wurde seitens Hessen mobil abgesagt“, so Beck. „Es ist unglaublich: Der Bund beschließt etwas und das Land macht, was es will“, bemerkt er.

Hoffen auf Riederwaldtunnel

Auch im Karbener Rathaus herrscht Überraschung. „Das war uns so nicht bekannt“, sagt Pressesprecher Hans-Jürgen Schenk auf Anfrage. Der Auftrag der Stadtverordneten, ein Büro für die Planung zu bestellen, sei zurückgestellt worden, weil angenommen worden sei, Hessen mobil werde mit der Planung beginnen, sagt Schenk. „Die Bevölkerungszahl wächst schneller als die Infrastruktur“, beschreibt er die Situation. Große Baugebiete in Karben, die gegenwärtig entstehen, und die wachsende Neue Mitte, werden künftig zu mehr Autoverkehr beitragen, ebenso wie die Baugebiete im Umfeld der Stadt.

Zuzugsstark zeigt sich etwa immer noch Nidderau im benachbarten Main-Kinzig-Kreis. Vor dort rollen seit Sommer auch mehr Autos durch Karben, weil die Kreisstraße 247 nach 15-monatiger Sperrung wegen Neubaus nun wieder frei ist.

„Bad Vilbel fordert den Ausbau der B3 seit Jahrzehnten“, sagt Yannick Schwander, Pressesprecher der Stadt. Für die Neubaugebiete zwischen B3 und Bahnlinie, wo einmal mehrere Tausend Menschen wohnen und arbeiten werden, werde es wegen des Wartens auf den Ausbau der Bundesstraße aber zu keinen Einschränkungen kommen, so Schwander. Bei der Bauleitplanung sei die aktuelle Infrastruktur als Grundlage genommen worden. Die Stadt gehe zudem davon aus, dass die künftigen Pendler wegen der fußläufigen Nähe zum Bahnhof vermehrt S-Bahn und Zug statt des Autos nutzen werden. Bad Vilbel steht bereits jetzt morgens und abends vor dem Verkehrskollaps in der Kernstadt, nicht zuletzt wegen der Situation auf der B3. Ein Ende dieser Situation erhofft sich die Stadt mit der Inbetriebnahme des Frankfurter Riederwaldtunnels - das könnte in acht Jahren der Fall sein.

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