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Auch 2009, zehn Jahre nach ihrem Verschwinden, suchte die Polizei mit Plakaten nach Johannas Mörder

Fall Johanna

Wie wurde Johanna getötet?

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Vor 18 Jahren verschwand die achtjährige Johanna aus Ranstadt spurlos. Die Polizei nahm im vergangenen Oktober einen Verdächtigen fest. Nun rekonstruieren Fahnder den möglichen Tathergang.

Es war einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre: Im September 1999 kam die damals achtjährige Johanna aus Ranstadt-Bobenhausen nicht vom Spielen nach Hause und verschwand spurlos. Sieben Monate später entdeckten Spaziergänge ihre Leiche in einem Wald bei Alsfeld.

Erst vor wenigen Wochen kam der Durchbruch bei den Ermittlungen: Aufmerksame Passanten und eine verbesserte Technik zum Vergleichen von Fingerabdrücken brachten die Polizei auf eine neue Spur. Daraufhin wurde ein 41 Jahre alter Mann festgenommen, der Johanna in den Kofferraum seines Autos gezerrt, sie sexuell missbraucht und danach getötet haben soll.

Heute wollen Beamte der „SOKO Johanna“ rund um den Sportplatz in Ranstadt-Bobenhausen die Tat rekonstruieren. Dort muss das Kind auf ihren späteren Mörder gestoßen sein.

„Das wird gemacht, um den möglichen Tatablauf plastisch darstellen zu können“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, auf FR-Anfrage. Etwa 20 Polizeibeamte sollen vor Ort im Einsatz sein und die Szenen, die sich im September 1999 abgespielt haben könnten, nachstellen.

Dabei werde auch ein bauartgleiches Modell des Autos „Jetta II“ eingesetzt, sagte Hauburger. Dieses Auto hatte der festgenommene Verdächtige zum Zeitpunkt der Tat gefahren.

Die Rekonstruktion des möglichen Tathergangs wird gefilmt und kann dann zum Beispiel während einer Gerichtsverhandlung gezeigt werden. Wegen der Filmaufnahmen kann es im Bereich rund um den Sportplatz deshalb zu kurzzeitigen Straßensperrungen kommen.

Unterdessen dauern die Ermittlungen weiter an. Ähnliche Fälle wie der von Johanna würden weiterhin auf eine mögliche Verbindung zu dem Festgenommenen überprüft, sagte Hauburger. Bislang hätten die Ermittlungen aber keinen dringenden Verdacht gegen den Beschuldigten hinsichtlich weiterer Tötungsdelikte ergeben.

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