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Der Eingang des Landgerichtes in Gießen.

Gießen

Im Wahn auf Frau und Kinder eingestochen

Nach einem beinahe tödlichen Angriff auf die eigene Familie steht ein mutmaßlich kranker 36-Jähriger wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Gießen.

Nach einem beinahe tödlichen Familiendrama steht ein mutmaßlich psychisch kranker 36-Jähriger unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Gießen. Der Mann soll in Gießen mit einem Küchenmesser auf seine Frau und drei seiner vier Kinder eingestochen und diese schwer verletzt haben - wegen einer wahnhaften Störung aber im Zustand der Schuldunfähigkeit. Die Richter müssen daher seit Dienstag klären, ob der Mann in einer Psychiatrie untergebracht wird.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann an einem Morgen Anfang Juli seine Familie angegriffen hatte.

Er soll zunächst seiner noch schlafenden Frau in den Rücken gestochen haben. Diese sei erwacht und habe sich schützend über die erst drei Wochen alte Tochter geworfen. Das Baby blieb unverletzt. Danach, so die Staatsanwaltschaft, stach der Mann auf seine drei, sechs und sieben Jahre alte Söhne ein und legte an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer. Dann sei er aus dem Fenster gesprungen. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen und die Verletzten retten.

Der 36-Jährige verletzte sich bei dem Sprung so schwer, dass er seitdem querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Angesprochen auf seinen psychischen Zustand vor der Tat sagte der Mann dem Gericht, er habe keine Veränderungen bemerkt. Aber er habe „Druck“ gespürt. Die Familie stammt aus Syrien und floh vor einigen Jahren nach Deutschland. Sie hätten sich hier eine Zukunft aufbauen wollen, sagte der Mann. Doch das Leben sei „kompliziert und schwierig“ gewesen. (dpa/lhe) 

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