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Justizia ist wachsam (Symbolbild).

Unfall in Neuhof

Unfalltod von Schülerin kommt vor Gericht

Eine 16-Jährige stirbt bei einem Unfall an einem Bahnhof in Osthessen. Neun Jahre nach ihrem Tod müssen sich nun der Winterdienst und Bahnmitarbeiter verantworten.

Fast neun Jahre nach dem Tod einer Schülerin an einem Bahnhof in Osthessen kommt der Unfall nun doch vor Gericht. Angeklagt sind vier Männer, die für das Bahngelände und den Winterdienst verantwortlich waren. Ihnen wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen.

Der Unfall geschah 4. Februar 2010 am Bahnhof Neuhof (Kreis Fulda). Eine damals 16-jährige Schülerin war ins Gleisbett gerutscht und von einem Zug erfasst worden. Laut Anklage war am Bahnsteig der Schnee nicht weggeräumt und die Bahnsteigkante vereist. „Wäre ein ordnungsgemäßer Winterdienst durchgeführt worden, hätte der Tod der Schülerin verhindert werden können“, so die Anklage.

Angeklagt sind der Geschäftsführer der Firma, die damals für den Winterdienst zuständig war, der diensthabende Fahrdienstleiter sowie zwei leitende Bahnmitarbeiter. Jeder von ihnen sei für die Beseitigung der Gefahren verantwortlich gewesen „und hätte zu deren Abwendung beitragen können und müssen“.

Die Staatsanwaltschaft hatte die vier Männer schon 2015 angeklagt. Aber das Landgericht Fulda lehnte die Eröffnung des Verfahrens ab: Man könne nicht mehr feststellen, ob es damals glatt war und ob ein Winterdiensteinsatz den Unfall hätte verhindern können.

Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Beschwerde ein - und bekam nun in Frankfurt Recht. Das Oberlandesgericht (OLG) verfügte, dass in Fulda verhandelt werden muss. Aus Sicht des OLG liegen genügend Anhaltspunkte vor, dass der Winterdienst nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde. (dpa)

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