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Im Volkspark am Niddatal in Frankfurt wurde eine Frauenleiche gefunden (Symbolbild).

Leichenfund Niddatal Frankfurt

Tote in Niddatal ist Sexmob-Erfinderin

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Ein Spaziergänger entdeckt im Volkspark Niddatal in Frankfurt eine blutüberströmte Frauenleiche. Bei der Toten handelt sich um eine 29-Jährige aus Frankfurt, und zwar um jene Frau, die an Silvester 2016 einen Sexmob erfand.

Eine im Volkspark Niddatal gefundene Frauenleiche beschäftigt derzeit die Frankfurter Polizei. Die Ermittler haben noch keine heiße Spur, die zu dem Täter führen könnte, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Ein Mann, der seinen Hund ausführte, hatte die zunächst nicht identifizierte Frau am Mittwochmorgen gegen 6.30 Uhr entdeckt. Sie war blutverschmiert und wies Stichverletzungen am Arm auf. Eine Obduktion hat den Verdacht, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, bestätigt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Mittlerweile ist auch die Identität der Frau geklärt. Es handelt sich um eine 29 Jahre alte Frankfurterin. Laut einem Bericht der „Bild“ ist es Irina A., die wegen eines erfundenen Sexmobs in der Freßgass an Silvester 2016/2017 im Fokus stand. Die Polizei hat dies bestätigt. Irina A. wurde im November wegen Vortäuschens einer Straftat angeklagt, nachdem sie behauptet hatte, 50 Männer hätten unter anderem sie sexuell belästigt.

In der Nähe des Fund- und möglicherweise auch Tatorts haben Ermittler das Auto der Frau gefunden, einen weißen Mercedes SUV mit dem Kennzeichen F-IR 88. Nicht aufzufinden war bislang ihre gelbe Handtasche, die sie wohl mit sich führte.

Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei keine weiteren Angaben zu dem Gewaltdelikt machen. Die genaue Todesursache der Frau wird nicht genannt, ebenso wenig die Frage beantwortet, ob eine mögliche Tatwaffe gefunden worden sei. Auch ob es sich um ein Sexualdelikt handelt, beantwortet die Polizei nicht. Das Opfer war beim Auffinden jedenfalls vollständig bekleidet.

Auch zu der Frage, ob der Tod der Frau in Zusammenhang mit ihrer Falschaussage zu einer angeblichen sexuellen Belästigung an Silvester 2016/2017 steht, konnte die Polizei-Sprecherin nichts sagen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte sie am Freitag.

Die Spurensicherung der Kriminalpolizei war bereits am Mittwoch mit großem Aufgebot vor Ort, der Leichen-Fundort wurde großräumig abgesperrt, zeitweise flog auch ein Polizeihubschrauber Runden über dem Niddapark.

Prozess gegen Wirt beginnt wie geplant

Die Ermittler hoffen auf Hinweise von Zeugen. Der Fundort der Leiche liegt in unmittelbarer Nähe einer von Hundebesitzern stark frequentierten Wiese. Auf deren etwaigen Beobachtungen ruht derzeit die Hoffnung der Polizei. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter Telefon 755 531 10 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die 29-Jährige hatte unter anderem in einem Zeitungsbericht angegeben, an Silvester 2016/2017 von arabischstämmigen jungen Männern belästigt worden zu sein. Auch der Wirt eines Lokals in der „Fressgass“ hatte über entsprechende Angriffe auf weibliche Kunden in der Silvesternacht berichtet. Die Vorwürfe erwiesen sich jedoch als falsch.

Die Staatsanwaltschaft nahm daraufhin Ermittlungen auf und erhob Anklage gegen die beiden. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagte, dass Verfahren gegen den Wirt werde auch nach dem Tod der zweiten Angeklagten wie geplant beginnen. Der Prozess vor dem Amtsgericht Frankfurt ist nach bisheriger Planung für den 8. Juni vorgesehen. (mit msk/dpa)

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