Bischofsheim

Schwangere verletzt

Der Staatsanwalt wirft einem 23-Jährigen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Er steht auch wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs vor Gericht.

Im Prozess um eine Messerattacke auf eine schwangere Frau hat sich der mutmaßliche Angreifer am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt nicht zur Tat geäußert. In dem Verfahren soll geklärt werden, ob der 23 Jahre alte Mann schuldfähig ist oder ob er in eine Psychiatrie eingewiesen wird. Der Staatsanwalt wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Auch steht der Afghane wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs vor Gericht.

Am 14. Mai soll er die Frau in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft in Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau) schwer verletzt haben. Die hochschwangere Frau und ihre Familie sowie der Beschuldigte lebten als Nachbarn in der Unterkunft und kannten einander. Die Mutter von sechs Kindern sagte am Freitag, er habe sie vor der Tat von seinem Fenster aus beobachtet. Später habe er sie, als sie ihre vier Jahre alte Tochter dabei hatte, auf der Straße angesprochen und behauptet, sie wolle ihn töten. Das habe sie abgestritten. Dann habe er vor dem Kind mit einem Messer auf sie eingestochen. Die 38-Jährige – auch sie stammt aus Afghanistan – überlebte den Angriff und brachte kurz darauf einen Sohn zur Welt.

Ihr Ehemann sagte am Freitag, er habe sich regelmäßig mit dem Beschuldigten unterhalten. Eine psychische Auffälligkeit habe er nicht bemerkt. Anders drei Zeugen, die ebenfalls mit dem 23-Jährigen in der Unterkunft lebten: Sie schilderten ihn als unbeherrscht und gewalttätig. So habe er immer wieder Gegenstände zerstört und sei regelmäßig in Tränen ausgebrochen. (dpa)

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