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Hauptkommissar Oliver Heß zeigt, welch gute Aufnahmen die Kamera in die Polizeistationen liefert.

Videoüberwachung in Frankfurt

Scharfe Bilder aus dem Milieu

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Im Bereich Breite Gasse/Allerheiligenstraße werden jedes Jahr bis zu 200 Straftaten begangen. Nun soll der Kriminalitätsschwerpunkt in Frankfurt videoüberwacht werden.

Mit einer zusätzlichen Kameraüberwachung wollen die Stadt Frankfurt und die Polizei einen Kriminalitätsschwerpunkt in der östlichen Innenstadt bekämpfen. Die Ecke Breite Gasse/Allerheiligenstraße wird ab sofort rund um die Uhr mit einer Videokamera überwacht. Für Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill ist der Freitag daher „ein besonderer Tag“. In den Vergangenheit habe es an der Ecke regelmäßig bis zu 200 Straftaten im Jahr gegeben. „Die Spitze war 2015 mit über 300 Straftaten“, so Bereswill – zumeist Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung und Diebstähle. Die Kritik, eine Kameraüberwachung an einem bestimmten Punkt bringe nur eine Verlagerung der Kriminalität mit sich, will Bereswill nicht gelten lassen: „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Zahl der Straftaten an einem anderen Ort nicht mehr in dem hohen Maße vorkommt.“

Allerdings verweist der Polizeipräsident selbst darauf, dass das Allerheiligenviertel ein Rückzugsraum für Kleinkriminelle der Konstablerwache sei. Der zentrale Platz wird schon seit Jahrzehnten mit einer Kameraanlage überwacht. 

Die Kamera an der Breite Gasse ist wie die in der Düsseldorfer Straße am Bahnhof eine mobile Anlage, die Daten werden per Funk übertragen. Allerdings ist die Kamera in der Allerheiligenstraße deutlich leistungsfähiger als das ältere Modell in der Düsseldorfer Straße. Sie liefert gestochen scharfe Bilder, wie Hauptkommissar Oliver Heß vorführt. Die Kamerabilder werden sowohl in das 1. Polizeirevier als auch ins Polizeipräsidium gesendet. Die Kamera ist schwenkbar, verfügt über einen starken Zoom und soll immer von einem Beamten in der Leitstelle im Präsidium oder beim Zivilkommando im 1. Revier bedient werden. „Nur in absoluten Ausnahmefällen bleibt die Kamera unbewacht“, betont Heß, der einer von knapp 100 Beamten ist, die eine Einweisung für die Kamera haben. 

Im Schwenkbereich der Kamera liegt auch der Supermarkt Bereket. Juniorchef Ömer Özturk freut sich über die Kamera. „Ich finde es gut, das hat schon was gebracht.“ Denn bei den jugendlichen Kleindealern habe sich das schnell rumgesprochen, sie seien jetzt in die Seitenstraßen ausgewichen. „Ich hatte erst befürchtet, dass sie jetzt in den Geschäften dealen, aber das ist bislang ausgeblieben“, so Öztürk. Denn in den Geschäften darf die Kamera genauso wenig aufnehmen wie in Privatwohnungen. Entsprechende Ausschnitte werden automatisch geschwärzt. 

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