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An dem Einsatz mit mehr als 300 Polizisten waren auch Spezialkräfte beteiligt.

Drogenkriminalität

Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

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Nach wochenlangen verdeckten Ermittlungen riegelt die Polizei Teile des Frankfurter Bahnhofsviertels ab und startet mit SEK-Unterstützung eine Razzia.

Mit 300 Beamten hat die Polizei am Donnerstag das Bahnhofsviertel durchkämmt. Die Großrazzia ist das Ergebnis eines Ermittlungsverfahrens, das die Polizei seit Anfang des Jahres gegen eine Gruppe von Drogendealern führt. Der Verdacht richtet sich gegen eine Gruppierung, die laut Polizeiangaben „auf mittlerer Händlerebene“ mit Heroin, Kokain und Crack dealen soll.

Nach den monatelangen Ermittlungen hatten die Beamten konkrete Verdachtsmomente, die drei bestimmte Objekte betreffen: Zwei Wohnhäuser in der Niddastraße und ein Restaurant in der Moselstraße. Da die Polizei davon ausging, dass die Gruppierung bewaffnet ist, war zu Beginn der Aktion um 15 Uhr auch ein Sondereinsatzkommando (SEK) im Einsatz. Geschossen wurde allerdings nicht, wie ein Polizeisprecher sagte.

#BhfGebiet #Frankfurt
Bei den Durchsuchungen sind Spezialeinsatzkräfte (SEK) beteiligt, da von einer Bewaffnung der Tatverdächtigen auszugehen ist. pic.twitter.com/xjNwHe0OWc

— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm)

5. April 2018

Neben den drei konkret auffällig gewordenen Objekten durchsuchte die Polizei auch noch vier weitere Gaststätten und Spielotheken in der Moselstraße und in der Taunusstraße, die den Tätern als Rückzugsräume dienen sollen. Die Polizei nahm mehrere Personen fest und fand auch Drogen. Da die Maßnahmen aber in den Abendstunden noch andauerten, wollte die Polizei erst am Freitag über den konkreten Erfolg der Großrazzia berichten.

Unabhängig davon bezeichnete ein Polizeisprecher die Maßnahme vom Donnerstag als einen Ermittlungserfolg, „den es ohne das Engagement auf der Straße nicht gegeben hätte“. Damit gemeint sind die seit anderthalb Jahren andauernden Bemühungen der Polizei, die Drogenkriminalität im Bahnhofsviertel einzudämmen. Dafür war zunächst eine zeitlich befristete Besondere Aufbauorganisation (BAO) gegründet worden. Bei fast täglichen Kontrollen im Bahnhofsviertel gingen den Beamten aber fast immer nur Kleindealer ins Netz, die geringe Drogenmengen bei sich hatten.

So zog die BAO, die Ende 2017, von der dauerhaft installierten Regionalen Einsatz- und Ermittlungseinheit (REE) abgelöst wurde, am Ende eine Bilanz, die mehr auf Fleiß als auf durchschlagende Erfolge hinwies: Bei 64 000 Kontrollen hatten die Beamten insgesamt „nur“ 45 Kilo Drogen sichergestellt.

Die Zahl der im Hintergrund agierenden und dadurch deutlich schwerer zu schnappenden Zwischenhändler in Frankfurt schätzen die Ermittler auf 30 bis 50. Neben den täglichen Kontrollen, mit denen die Beamten die Dealerszene vor allem aufschrecken und vertreiben wollen, intensivierten die Einheiten aber auch verdeckte Ermittlungen. Gut möglich, dass der Polizei mit der Razzia am Donnerstag nun auch einige der schwer zu schnappenden Zwischenhändler ins Netz gingen.

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