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Ein Schild mit der Aufschrift „Polizei“ ist zu sehen.

Rabbiner in Offenbach

Rabbiner angepöbelt

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  • Fabian Scheuermann
    Fabian Scheuermann
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Mehrere Jugendliche sollen nach Angaben der Polizei in Offenbach einen Rabbiner beleidigt haben. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

Der Rabbiner Mendel Gurewitz von der jüdischen Gemeinde Offenbach ist erneut antisemitisch beleidigt worden. Eine Gruppe Jugendlicher soll Gurewitz am Mittwoch gegen 17.50 Uhr aus dem offenen Fenster eines Hauses in der Bettinastraße heraus als „Scheiß Jude“ beschimpft haben, sagte der geschäftsführende Vorstand der Gemeinde, Henryk Fridman, der FR.

Gurewitz soll daraufhin zwei seiner Begleiter gebeten haben, die Polizei zu informieren. Wie die Polizei mitteilte, haben die Beamten daraufhin sechs Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren angetroffen, die an den Beleidigungen beteiligt gewesen sein könnten. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 069 / 80 98 12 34 zu melden.

Rabbiner Gurewitz war in der Vergangenheit bereits mehrfach antisemitischen Beleidigungen und Attacken ausgesetzt und hatte diese öffentlich gemacht. Im Sommer 2013 wurde er von mehreren Jugendlichen im Offenbacher Einkaufszentrum KOMM verbal und körperlich attackiert. Der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen und löste eine Debatte über Antisemitismus bei jungen Muslimen aus. Mitte Juli dieses Jahres wurde Gurewitz auf dem Weg zur Synagoge erneut von Jugendlichen beleidigt – einer davon soll bereits 2013 an den Übergriffen im KOMM beteiligt gewesen sein.

Gemeindevorstand Fridman sieht antisemitische Beleidigungen nicht als „offenbachspezifisches Problem“ an, nimmt aber eine Zunahme solcher Vorfälle wahr. Das könne aber auch daran liegen, dass der Rabbiner ähnliche Vorfälle früher nicht gemeldet habe – jetzt schon.            

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