+
Die Polizei veröffentlichte eine computergestützte Rekonstruktion des Gesichts der Toten..

Leichenfund an A5

Polizei rollt Mordfall aus Rosbach wieder auf

Rund 30 Jahre nach dem Fund einer Leiche an der A5 bei Friedberg können Rechtsmediziner aus DNA-Material nicht nur das Geschlecht der Toten bestimmen, sondern auch Aufenthaltsorte des mutmaßlichen Mordopfers eingrenzen.

Rund 30 Jahre nach dem Fund der Leiche eines Gewaltopfers in der Nähe der A5 bei Friedberg sucht die Polizei mit den Ergebnissen neuer DNA-Untersuchungen nach Hinweisen. Es habe sich herausgestellt, dass es sich um eine Frau zwischen 25 und 35 Jahren mit mittelbraunem, gelockten Haar aus Südosteuropa handele, berichteten die Polizei Friedberg und die Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag.

Waldarbeiter hatten die stark verweste Leiche in einem Entwässerungsgraben am 21. Juni 1988 im Stadtwald von Rosbach (Wetteraukreis) gefunden. Die Auffindesituation habe zweifelsfrei auf ein Tötungsdelikt hingedeutet, erklärten die Ermittler.

Wegen des Zustands der Leiche habe damals aber weder die konkrete Todesursache noch das Geschlecht festgestellt werden können. Vergangenes Jahr wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen und es gelang den Angaben zufolge, aus einem Eckzahn DNA zu gewinnen. Hinzu kamen Untersuchungen des Schädels, der Haare und der Zähne.

Den Erkenntnissen zufolge wuchs die Frau in Gebirgsregionen im südöstlichen Polen oder nahe der Grenze in der Ukraine auf und zog vermutlich in der Pubertät in südliche Alpenregionen wie die Schweiz oder Norditalien um. Zuletzt erfolgte ein Wechsel nach Indien oder eine andere meeresnahe südasiatische Region. Nach Mitteleuropa und Deutschland dürfte sie demnach erst wenige Wochen vor ihrem gewaltsamen Tod gelangt sein.

Weitere Hinweise der Polizei zum Personenprofil:

- schlanke Frau im Alter von 25 – 35 Jahren, geboren zwischen 1953 und 1963

- mittelbraune, gelockte Haare

- zuletzt Trägerin eines goldfarbenen Ohrsteckers 

- etwa 1,65 m groß

- Schuhgröße: 34-35

- 17 Zahnfüllungen (überwiegend Silberamalgam)

- ausgeprägter Vorbiss

- Blutgruppe A

- keine Drogenkonsumentin

Polizei und Staatsanwaltschaft bitten nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer die Frau kennt und Angaben zu ihrer Identität machen kann, soll sich unter 06 031  6010 an die Polizei in Friedberg wenden. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare