Die Frankfurterin Andrea Beate Kunz verschwand im Alter von 47 Jahren spurlos.
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Die Frankfurterin Andrea Beate Kunz verschwand im Alter von 47 Jahren spurlos.

Cold Case in Hessen

Mysteriöses Verschwinden einer Frau beschäftigt Ermittler

Seit neun Jahren wird die Frankfurterin Andrea Beate Kunz gesucht. Ermittler rollen den Vermissten-Fall jetzt neu auf. Der Fall wird in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt.

Vor neun Jahren verschwand eine Frau im Main-Kinzig-Kreis spurlos. Kein Mensch weiß, ob die damals 47 Jahre alte Andrea Beate Kunz ermordet wurde oder möglicherweise an einem anderen Ort ein neues Leben begonnen hat.  Die Hanauer Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei wollen den Fall jetzt neu aufrollen. Sie erhoffen sich durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ neue Erkenntnisse. Dort wird am Mittwoch, 28. Februar, über den Vermissten-Fall berichtet.

Andrea Beate Kunz war am Vorabend des Nikolaustages am Freitag, 5. Dezember 2008, verschwunden. Sie arbeitete unter dem Namen Andrea König als Prostituierte in einer Wohnung in Bad Orb (Main-Kinzig-Kreis), wie die Hanauer Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung berichteten. Nach bisherigen Ermittlungen sollte die Frau wohl an dem Tag ihres Verschwindens von einem Kunden aus dem Raum Schlüchtern zu einem Hausbesuch abgeholt werden. Ob sie dort jemals ankam oder ob die Fahrt woanders hinging, ist bis heute nicht geklärt.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass die Frankfurterin einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Eine umfangreiche Suche von hessischen und bayerischen Polizeieinheiten, bei denen auch Hundestaffeln und ein Hubschrauber eingesetzt wurden, brachte keinen Erfolg. Neben der Möglichkeit eines Verbrechens gab es auch immer wieder Gerüchte, dass die damals 47-Jährige womöglich an einem anderen Ort ein neues Leben begonnen haben könnte.

Zuletzt hatte die Frau nach bisherigen Erkenntnissen am Tag ihres Verschwindens ihrem Ehemann gegen 22 Uhr telefonisch von Schwierigkeiten berichtet. Sie dürfte sich zu dem Zeitpunkt im Bereich des Hahnenkamms in der Nähe von Alzenau aufgehalten haben. Was die damals 47-Jährige in die hessisch-bayerische Grenzregion führte, die etwa 50 Kilometer von Schlüchtern entfernt liegt, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Die Ermittler haben Informationen über den Mann, der sie für einen Hausbesuch abholen wollte. Er soll sich um einen damals zwischen 30 bis 40 Jahre alten Mann gehandelt haben, der aus einem eher wohlhabenden Elternhaus stammen könnte, in dem es eine Sauna und ein eigenes Schwimmbad gegeben haben soll.  Andrea Beate Kunz soll ihn schon länger gekannt haben. Da er möglicherweise der letzte Kunde der Frau war, bitten die Ermittler ihn, sich bei ihnen zu melden.

Sollte Andrea Beate Kunz nicht, wie befürchtet, einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein, sondern ein neues Leben begonnen haben, wäre sie heute 57 Jahre alt. Sie war etwa 1,65 Meter groß und sprach Frankfurter Dialekt. Am linken Unterarm hatte sie eine markante Tätowierung in Form eines stilisierten Kreuzes mit Strahlenkranz. (lad)

40 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 15-Jährigen in Aschaffenburg steht nun ein Mann vor Gericht, der schon 1979 als Beschuldigter galt.

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