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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Toter in Frankfurt

Mutmaßlicher Betrüger tot

Ein 50 Jahre alter Geschäftsmann soll sich vor Gericht wegen Kapitalanlagebetrügereien verantworten. Kurz vor Prozessbeginn stirbt der Mann jedoch.

Wenige Tage vor Beginn seines Prozesses um millionenschwere Kapitalanlagebetrügereien ist ein 50 Jahre alter Geschäftsmann in einem Frankfurter Männerwohnheim gestorben. Dies teilte der Vorsitzende Richter der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt am Donnerstag mit. Während das Strafverfahren gegen den Hauptangeklagten damit erledigt ist, müssen sich nun ein 58 Jahre alter Mann und eine 39 Jahre alte Frau wegen der Betrügereien mit einem „Steuersparmodell“ vor dem Gericht verantworten.

Die Anklage legt ihnen zur Last, bereits vor 2013 von 70 Geldanlegern jeweils 30 000 Euro für den angeblichen Erwerb von Immobilien in Ostdeutschland kassiert zu haben. Aus der Vermietung dieser Objekte wurde eine lukrative Rendite in Aussicht gestellt. Tatsächlich kam es aber nie zum Kauf. Stattdessen sollen die Angeklagten mit dem Geld einen aufwändigen Lebensstil finanziert haben. Der Schaden für die Anleger betrug laut Staatsanwaltschaft mehr als zwei Millionen Euro. Weil fast alle Anleger Kapital aus Bauspardarlehen verwendet hatten, müssen sie nun bis zu zehn Jahre lang die vereinbarten Monatsraten bedienen.

Vor Gericht zeigten sich die beiden verbliebenen Angeklagten schockiert über den Tod des 50-Jährigen. Wie das Gericht mitteilte, lebte der Mann völlig mittellos in dem Wohnheim. Am vergangenen Freitag sei er tot in seinem Zimmer gefunden worden. Zur Sache äußerten sich die Mitangeklagten bislang noch nicht. Die Strafkammer hat ursprünglich 24 Verhandlungstage bis Anfang Mai terminiert. (dpa)

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