Mord in Flüchtlingswohnung

Mitbewohner fast enthauptet

  • schließen

In einer Wohnung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ermordet ein Mann einen Mitbewohner. Der junge Mann gilt jedoch als schuldunfähig.

Ehsan Z. wird beschuldigt, seinen Mitbewohner „grausam getötet“ zu haben, ohne Mörder zu sein. Der damals 18 Jahre alte Z. hatte am Morgen des 7. Dezember vorigen Jahres in einer Wohnung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einen 19 Jahre alten Mitbewohner aus Eritrea mit dem Küchenmesser abgeschlachtet. Z., Flüchtling aus Afghanistan, gilt als nicht schuldfähig – er leidet an paranoider Schizophrenie und hatte kurz vor der Tat eigenmächtig eine Therapie gegen seine Drogen- und Alkoholsucht abgebrochen.

In der Küche der Dreier-WG war Z. mit seinem Mitbewohner aneinandergeraten, weil er sich eingebildet habe, dieser habe ihm zuvor „etwas Sexuelles angetan“, so die Staatsanwaltschaft. Z. schlug seinen Mitbewohner mit Fäusten und einer Holzstange zu Boden, trat auf ihn ein, versuchte, ihn zu erwürgen und griff, nachdem das nicht gelang, zum Küchenmesser. Nach der Tat nahm er dem Toten dessen Jacke und 15 Euro Bargeld ab und flüchtete. Er wurde noch am Tattag in Dortmund festgenommen. Dort erklärte er der Polizei, er fühle sich „glücklich wie der größte Verbrecher und wie ein Boss“ – sein Mitbewohner habe das „bekommen, was er verdient“ habe.

Dem dritten Bewohner der WG, der die Leiche in der Küche gefunden und die Polizei informiert hatte, muss sich ein schrecklicher Anblick geboten haben. In seinem Zorn hatte Z. an seinem Opfer Wunden hinterlassen, die laut Antragsschrift „freie Sicht auf Luftröhre und Halsmuskulatur“ boten.

Am ersten Verhandlungstag vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts wurde am Freitag nur die Antragsschrift verlesen, Montag soll der Prozess fortgesetzt werden. Die Kammer hat sechs Verhandlungstage bis Anfang November terminiert. Zur Tat selbst äußerte sich der Beschuldigte am Freitag noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare