Landgericht Frankfurt

Mann kommt nach Messer-Attacke in Psychiatrie

Ein Mann sticht im Frankfurter Hauptbahnhof mit einem Messer auf zwei Menschen ein. Eines seiner Opfer überlebt nur durch eine Notoperation. Der Täter wird dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht.

Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einem Schnellrestaurant im Frankfurter Hauptbahnhof wird ein 48 Jahre alter Mann am Donnerstag dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Landgericht Frankfurt ging von einem zweifachen Totschlagsversuch aus, für den der Mann aufgrund seiner schizophrenen Erkrankung allerdings nicht regulär verurteilt werden könne.

Der frühere Berufsmusiker hatte im Dezember vergangenen Jahres in dem Restaurant zunächst einen Service-Mitarbeiter angegriffen und mit einem Messer verletzt. Kurze Zeit später attackierte er einen 75 Jahre alten Rentner in der Warteschlange. Das Opfer wurde von 95
Messerstichen am Rücken getroffen und überlebte eine zehnstündige Notoperation nur knapp. Noch vor Gericht behauptete der Täter, er werde von „schwarzen Magiern“ verfolgt, die von ihm Geld wollten. Mit der von der Staatsanwaltschaft und seinem Verteidiger befürworteten Unterbringung zeigte er sich einverstanden. So könnten ihn die „Magier“ nicht bis hinter die dicken Klinikmauern verfolgen.

Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft von Mordversuch ausgegangen. Wegen der psychischen Krankheit des Mannes könne allerdings nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dass er bei den Stichen gegen den Rentner dessen „Arg- und Wehrlosigkeit“ gezielt ausgenutzt habe, hieß es im Urteil. (dpa)

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