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Noch werden zahlreiche Spuren ausgewertet.

Leiche im Niddapark Frankfurt

Hinweise zum Niddapark-Mord häufen sich

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Das Opfer war in einer Gaststätte im Niddapark verabredet. Die Polizei sucht Zeugen.

Nach dem grausamen Mord im Frankfurter Niddapark hat die Polizei auch am Freitag noch keine konkrete Spur von den Tätern gehabt. „Es sind viele Hinweise eingegangen, die sogenannte heiße Spur war noch nicht dabei“, sagte ein Polizeisprecher.

Bei der Toten handelt es sich um Irina A. Nach den bisherigen Ermittlungen war sie am Dienstagabend um 20 Uhr in der Gaststätte Niddapark verabredet. Vor der Gaststätte am Rande einer Kleingartenanlage fanden die Ermittler am Mittwochmorgen das Auto des Opfers. Der Fundort der durch massive Verletzungen entstellten Frau war etwa 100 Meter entfernt am Rande der sogenannten Hundewiese. Die Polizei erhofft sich Hinweise aus der Bevölkerung, mit wem A. sich in der Gaststätte getroffen hat. Bislang haben die Ermittler nur herausfinden können, dass sie dort verabredet war, nicht aber, mit wem.

Darüber hinaus hat die Polizei viele weitere Anhaltspunkte gefunden. Auch die zunächst vermisste gelbe Handtasche des Opfers fanden die Ermittler – wo, wollte der Polizeisprecher nicht sagen. Derzeit kursierten schon zu viele Gerüchte.

Irina A. war in der Stadt wohlbekannt. Sie arbeitete als Bedienung in einer Bar des Gastronomen Jan Mai. In diesem Zusammenhang war sie im vergangenen Jahr auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, da sie gemeinsam mit Mai den sogenannten „Sexmob“ auf der Fressgass erfunden hatte, auf den die „Bild“-Zeitung hereingefallen war.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte im vergangenen November Anklage gegen Mai und A. wegen Vortäuschung einer Straftat erhoben. Die Verhandlung sei für den 8. Juni beim Amtsgericht terminiert, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. A. soll laut Staatsanwaltschaft neben ihrem Job als Bedienung „verschiedenen Nebentätigkeiten“ nachgegangen sein. Eine davon weist sie als Geschäftsführerin eines Immobilienunternehmens mit Sitz im Frankfurter Westend aus.

Auf diese Firma war auch der sehr teure Mercedes, den A. fuhr, zugelassen. Doch ob die zweifache Mutter für das Unternehmen wirklich nennenswert gearbeitet hat, ist fraglich. In Immobilienportalen wird für die Firma zudem kaum eine nennenswerte Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Die Website der Firma war am Freitag nicht mehr erreichbar.

Unterdessen ist die Anteilnahme am Tod der gebürtigen Moldawierin in den sozialen Medien groß. Auf Instagram sind viele Bilder von ihr zu sehen. Eines zeigt sie mit dem Geschäftsmann Mai, auf einem posiert sie vor ihrem Fahrzeug, das im Niddapark gefunden wurde. Die Seite hatte die Blondine folgendermaßen überschrieben: „Achtung an alle Individuen niedriger Intelligenz: Ich suche keinen Ehemann, Sexualpartner, sonstige Pflegefälle“.

Weil sie so eine schillernde Figur war, ranken sich die Gerüchte über das mögliche Motiv für die Tat. „Ein abgewiesener Verehrer oder doch ein Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit?“ Die massiven Verletzungen der Frau, nicht zuletzt auch im Bereich des Kopfes, lassen zumindest auf eine große Wut seitens des Täters schließen.

Vor dem Hintergrund des Mordes wird auch der juristisch eher nebensächliche Fall am 8. Juni vor dem Amtsgericht auf erhöhte Aufmerksamkeit stoßen. Auch wenn ein Platz auf der Anklagebank leer bleiben wird.

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