Justiz

Frühchen unerlaubt Arzneien gegeben

Der Prozess gegen eine Marburger Krankenschwester beginnt Ende Januar. Es wird ein Mammutverfahren erwartet.

Eine ehemalige Marburger Krankenschwester soll Frühchen unerlaubt Medikamente verabreicht haben und steht deswegen bald vor dem Landgericht Marburg. Der Prozess unter anderem wegen versuchten Mordes soll am 31. Januar beginnen, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. Die Richter rechnen demnach mit einem Mammutverfahren: Bislang sind mehr als 70 Verhandlungstage bis 2020 geplant. Zuvor hatte darüber die „Oberhessische Presse“ berichtet.

Die Staatsanwaltschaft wirft der damaligen Mitarbeiterin der Marburger Uni-Klinik vor, drei Frühchen Medikamente gegeben zu haben, die nicht auf dem Behandlungsplan standen. Dabei handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Arzneien, die als Beruhigungs- oder Narkosemittel verwendet werden. Zwei Kinder überlebten, das dritte starb und wurde für die Ermittlungen exhumiert. Man gehe aber davon aus, dass das Kind unabhängig von den Handlungen der Angeklagten gestorben sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die heute 29 Jahre alte Angeklagte war nach dem ersten Verdacht im Februar 2016 festgenommen worden, kam aber nach mehreren Monaten Untersuchungshaft wieder frei. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung, außerdem teilweise auf versuchten Mord sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Die Uni-Klinik teilte mit, dass sofort nach dem ersten Verdacht die Polizei eingeschaltet worden sei und man die Ermittlungen unterstützt habe. Die Aufklärung habe für die Klinik „höchste Priorität“.    (dpa)

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