Totschlagsprozess in Frankfurt

Freundin mit Kabel erdrosselt

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Am Landgericht Frankfurt läuft ein Totschlagsprozess gegen einen Mann, der seine Lebensgefährtin aus der Wohnung werfen wollte.

Seit Freitagmorgen muss sich der mutmaßlich 26 Jahre alte Elbachir B. wegen Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 2. Mai 2018 seine 36 Jahre alte Freundin Nicole W. bei einem Streit in deren Wohnung in Zeilsheim mit dem Stromkabel eines Haarglätteisens erdrosselt zu haben. Vor der Tat hatten beide reichlich Alkohol und Kokain zu sich genommen.

Offenbar hatte die Frau, die ein Kind erwartete, B. ein Ultimatum gesetzt, die gemeinsam bewohnte Wohnung bis zum 1. April zu verlassen. Ihr Freund hatte sie zuvor immer wieder grün und blau geschlagen – einer dieser Fälle ist als Körperverletzung mitangeklagt. Im Februar 2018 soll B. die Frau bei einem Streit dermaßen stark auf das linke Auge gehauen haben, dass diese wochenlang ein Veilchen trug und sich nicht mehr aus dem Haus traute.

Nach der mutmaßlich von ihm verübten Bluttat hatte Elbachir B. seinen Bruder und einen Freund zum Tatort telefoniert und gesagt, er brauche Hilfe, weil seine Freundin das Bewusstsein verloren habe – zu diesem Zeitpunkt war die Frau allerdings bereits tot.

Bruder rief Rettungsdienst

Der Bruder war es dann, der am Morgen wegen einer „in Folge eines Sturzes bewusstlosen Frau“ den Rettungsdienst rief. Die Retter konnten aber nicht bloß nur noch den Tod der Frau feststellen, sondern auch die deutlich sichtbaren Würgemale am Hals, die nicht auf einen Sturz hindeuteten, und riefen die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft nennt B. in ihrer Anklage einen Mann, „der zu Aggressivität und Eifersucht neigt“.

In dem Prozess treten zwei der vier Kinder der Getöteten sowie deren Mutter als Nebenkläger auf. Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklage verlesen. Zu der Tat wird sich der Angeklagte aber auch in den kommenden Verhandlungstagen nach Angaben seines Verteidigers „eher nicht“ äußern.

Im Laufe des Prozesses sollen Sachverständige klären, inwieweit die Alkohol- und Drogenprobleme des Angeklagten für die Schuldfrage relevant sein können. Bislang hat die Große Kammer neun Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll Ende März gesprochen werden.

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