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Der Main-Taunus-Kreis hat das Gelände der ehemaligen Tierversuchsanstatl Kastengrund gekauft und dort Flüchtlinge untergebracht. (Archivbild)

Kriminalität in Hattersheim

Flüchtling gesteht tödliche Messerstiche

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Nach der tödlichen Messerstecherei in einem Asylbewerberheim in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) bleibt ein 26-Jähriger in Haft.

Der 26 Jahre alte Asylbewerber aus Syrien, den die Polizei am Dienstagabend als dringend tatverdächtig in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft Kastengrund in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) festgenommen hat, bleibt auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt in Untersuchungshaft. Der Mann habe gestanden, einen 39-jährigen Flüchtling aus Afghanistan durch mehrere Messerstiche so schwer verletzt zu haben, dass dieser trotz notfallmedizinischer Erstversorgung starb, teilte ein Polizeisprecher gestern mit. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen Totschlags, sagte deren Sprecher Noah Krüger auf FR-Anfrage.

Der Sicherheitsdienst der Flüchtlingsunterkunft, die zwischen Hattersheim und Flörsheim-Weilbach im freien Feld liegt, hatte am Dienstag gegen 17.30 Uhr Polizei und Rettungskräfte verständigt, nachdem der 39-jährige Afghane leblos auf dem Boden gefunden worden war. Den Angaben zufolge war es davor zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen dem Täter und dem Opfer gekommen, Hintergrund sollen Banalitäten gewesen sein. Bei der sofort eingeleiteten Fahndung wurden laut Polizeibericht zwei Helikopter mit Wärmebildkamera eingesetzt. Der 26-jährige Asylbewerber aus Syrien, der die Tat mittlerweile gestanden hat, wurde in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft festgenommen.

Nach Angaben von Polizeisprecher Johannes Neumann ist dies im Main-Taunus-Kreis die erste Gewalttat mit tödlichem Ausgang zwischen Flüchtlingen. Zwar sei die Polizei hin und wieder wegen Streitereien in Asylbewerberunterkünfte gerufen worden. „Da war auch schon mal ein Messer im Spiel. Verglichen mit bundesweiten Zahlen ist es im Main-Taunus-Kreis aber sehr ruhig“, so Neumann.

Der Main-Taunus-Kreis hatte das Gelände der früheren Tierversuchsanstalt Kastengrund 2015 vom Arzneimittelhersteller Sanofi gekauft, um dort bis zu 800 Flüchtlinge unterzubringen. Weil die Zahl der Asylbewerber deutlich gesunken ist, wurde der Ausbau der bungalowartigen Häuser, die einst Tierzwinger waren, Mitte 2017 gestoppt. Nach Angaben des Kreises sind zurzeit 166 Flüchtlinge im Kastengrund untergebracht, die meisten kommen aus Pakistan und Afghanistan. Im früheren Verwaltungstrakt der Tierversuchsanstalt gibt die Volkshochschule Sprach- und Integrationskurse. Sozialarbeiter haben hier ihren Arbeitsplatz und einige Ämter der Kreisverwaltung sind von Hofheim in die renovierten Gebäude umgezogen.

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