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Esel Vitus biss in das Gefährt. Warum genau, das bleibt sein Geheimnis.

Kurioses am Landgericht Gießen

Esel-Besitzer haften für Biss in Sportwagen

Nach dem Biss eines Esels müssen dessen Halter für den Lackschaden an einem teuren Sportwagen aufkommen. Das hat das Landgericht Gießen in dem kuriosen Fall entschieden.

Was Esel „Vitus“ geritten hat, in einen orangefarbenen Sportwagen zu beißen, ist unklar. Hatte er vielleicht eine riesige Möhre im Sinn? Sicher ist nur, dass der Vierbeiner vor einem Jahr in Schlitz (Vogelsbergkreis) zulangte und an dem teuren Flitzer einen Lackschaden von 5800 Euro anrichtete - davon ist das Landgericht Gießen überzeugt. Es entschied am Donnerstag, dass die Halter des Esels die Reparaturkosten zahlen müssen. Damit hatte die Klage des Autobesitzers Erfolg. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Der 50-Jährige ist mit seinem schicken Sportwagen zum Gericht gefahren, er parkt in einer Seitenstraße. „Vitus“ dagegen kommt nicht zum Prozess, auch seine früheren Halter sind nicht da. Der Vierbeiner lebt Medienberichten zufolge mittlerweile bei einem neuen Besitzer.

„Wussten Sie, dass ein gefährlicher Esel in der Gegend sein Unwesen trieb?“, fragt der Vorsitzende Richter den Kläger in der Verhandlung. Nicht ohne Augenzwinkern natürlich, denn bei einem so kuriosen Fall darf es auch in einem Gerichtssaal zwischendurch etwas lockerer zugehen. Mit seiner Frage bezieht sich der Richter darauf, dass der Esel schon einmal in ein Auto gebissen haben soll.

Die wichtigere Frage für das Gericht ist aber: Hat wirklich „Vitus“ in den Sportwagen gebissen oder waren schon vorher Kratzer dran? Der Eigentümer des Wagens beteuert, dass dieser keinen Lackschaden gehabt habe. Der Unternehmer legte sich nach eigenen Angaben seinen Schlitten in Knallorange vor drei Jahren zu.

Im September 2016 wollte der 50-Jährige kurz etwas beim Arzt abgeben, wie er dem Gericht erzählt. In der Nähe einer Weide habe er wenden wollen und seinen Wagen rückwärts gefahren. Den Esel habe er erst bemerkt, als dieser plötzlich aufgetaucht und zweimal ins Heck gebissen habe. Das Tier habe dafür den Zaun weit nach vorne gedrückt. Ein Zeuge, ein Mitarbeiter des Klägers, bestätigt die Angaben.

Der Vorfall hatte bereits kurz nach der Beißattacke für Aufsehen und diverse Medienberichte gesorgt. Wohl auch, weil die Polizei in einer Mitteilung schmunzelnd mutmaßte, der Esel könnte den Sportwagen wegen der Lackierung in Orange für eine überdimensionale Möhre gehalten haben. In einem Fernsehbericht zeigte der Kläger damals Verständnis für „Vitus“. Der sei schließlich ein Tier und könne nichts dafür. Er war auch zuversichtlich, dass die Versicherung der Halter den Schaden begleichen werde. Doch die zweifelte laut Gericht den Unfallhergang an und wollte nur die Hälfte des Schadens zahlen. Also kam der Fall zur Verhandlung.

Auch heute noch nehme er die Beißattacke schmunzelnd hin, sagt der Kläger nach der Verhandlung. „Aber es wäre mir lieber gewesen, der Esel hätte nicht zugebissen.“ Was den Vierbeiner trieb, das konnten schon die humorvollen Polizeibeamten im September 2016 nicht sagen. In ihrer Pressemitteilung schrieben sie: „Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, mehr als ein „I-Ah“ war aus ihm nicht herauszubekommen.“

(Von Carolin Eckenfels, dpa)

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