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Gerichtszentrum in Frankfurt: Derzeit läuft ein Prozess um einen zweifachen Mordauftrag.

Landgericht Frankfurt

Ein Doppelmord für 10.000 Euro

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Ein Mann soll einen Killer auf seine Ehefrau und den Ehemann seiner Geliebten angesetzt haben. Der Vorwurf sei ein "Fantasieprodukt der Staatsanwaltschaft", sagt sein Verteidiger.

Im Gerichtssaal sitzt sich das Ehepaar wieder Angesicht zu Angesicht gegenüber – er auf der Anklagebank, sie auf der der Nebenklage. Ein Ehepaar sind sie aber nur noch dem Namen nach. Ein frommer Wunsch besagt, eine Ehe dauere so lange, bis dass der Tod sie scheide. Laut Anklage soll Sascha W. genau dies im Sinn gehabt haben.

Der 42 Jahre alte Bereichsleiter bei einem Unternehmen für Farben und Heimtextilien muss sich wegen zweifacher Anstiftung zum Mord verantworten. Er soll spätestens im Dezember 2017 einen drogensüchtigen Griechen angeheuert haben, um seine Ehefrau und den Ehemann seiner mutmaßlichen Geliebten umzubringen. Die außereheliche Affaire soll in der Kindertagesstätte begonnen haben, in der beide Paare je ein Kind untergebracht hatten. Von den versprochenen 10.000 Euro soll der Grieche einen Vorschuss in Höhe von 3000 bis 4000 Euro, der eigentlich für die Tatwaffe gedacht gewesen sei, eingesackt und in Drogen investiert haben. Als der Auftraggeber sich mit dieser Arbeitsmoral unzufrieden zeigte, schritt der Grieche nicht zur Tat, sondern offenbarte sich der Ehefrau – so sieht es die Staatsanwaltschaft. 

„Mein Mandant hat nichts zu verbergen“

Der erste Verhandlungstag am Montag endete kurz nach Verlesung der Anklage. Der Angeklagte selbst hatte noch keine große Gelegenheit, sich zu seiner Person oder der ihm vorgeworfenen Tat einzulassen. Sein Verteidiger kündigte aber jetzt schon an, dass er beides tun werde. „Mein Mandant hat nichts zu verbergen“, so der Anwalt, der im Groben schon einmal die Version seines Mandanten skizzierte. 

Ein „flotter Dreier“? 

Demnach habe der nie einen Mord in Auftrag gegeben. Nicht an seiner Ehefrau: Niemals käme er auf die Idee, „seinem Sohn die Mutter wegzunehmen“, dafür liebe er beide viel zu sehr. Probleme in der Ehe räumt er ein, sagt aber, dass man in der Eheberatung eigentlich auf einem guten Weg gewesen sei. Und auch für den Ehemann seiner Geliebten, die im Übrigen gar nicht seine Geliebte sei, habe er keinen Mord in Auftrag gegeben. Die Sache sei vielmehr so: Seiner Überzeugung nach resultierten seine Eheprobleme aus dem unerfüllten Wunsch nach einem zweiten Kind. Um etwas Wind in das flaue Sexualleben zu bringen, habe seine Gattin das vorgeschlagen, was der Volksmund einen flotten Dreier nennt.

Sein Mandant habe, so der Verteidiger, „auf Initiative seiner Ehefrau“ den Kontakt zu der anderen Dame aufgenommen. Als er aber habe erfahren müssen, dass diese andere, ihm aus der Kindertagesstätte bekannte Frau regelmäßig von ihrem Ehemann verprügelt werde, habe er beschlossen, mit Hilfe des Griechen den Kerl Mores zu lehren und „der Zeugin beizustehen“. „Es ist nicht so, dass ihm nichts passieren sollte“, räumt der Anwalt ein, „dem sollte was passieren“, aber nichts Letales. 

Die Anklage nennt der Verteidiger „im Kern ein Fantasieprodukt der Staatsanwaltschaft“, gestützt auf die Anschuldigungen eines „absolut dubiosen Zeugen“, eines „unzurechnungsfähigen Drogenabhängigen“. Zwar habe sein Mandant diesem Textnachrichten etwa mit dem Wortlaut „Herrn K. geht es ja noch gut“ oder „Du hast mir noch kein Bild von der Pistole geschickt“ gesendet, aber dies seien lediglich „Einlassungen in übertriebener Form gewesen“, die den Griechen hätten „beeindrucken“ sollen. „Seine Gefühlswelt war etwas durcheinander“, erklärt der Verteidiger die kryptischen Botschaften, die der Vorsitzende Richter Jörn Immerschmitt für mindestens mal „erklärungsbedürftig“ erachtet.

Das Landgericht hat sich bislang neun Verhandlungstage Zeit genommen, um die Geschichte um den gescheiterten doppelten Auftragsmord so gut wie möglich zu erklären. Ein Urteil soll Mitte Januar kommenden Jahres gesprochen werden. 

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