Landgericht Frankfurt

Deal mit Anlagebetrüger

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Hintermänner des bereits verurteilten ehemaligen Börsengurus Markus Frick müssen sich wegen Anlagebetrugs im großen Stil verantworten. Gericht, Verteidígung und Staatsanwaltschaft haben einen Deal geschlossen - vorausgesetzt der Hauptangeklagte gesteht.

Das Frankfurter Landgericht verhandelt seit Donnerstag gegen drei Männer, denen Anlagebetrug im großen Stil vorgeworfen wird. Es soll sich um die Hintermänner handeln, die den ehemaligen Börsenguru Markus Frick zu seiner bislang letzten Marktmanipulation bewogen haben sollen.

Gegen ein Honorar von 1,9 Millionen Euro in bar hatte Frick damals in einem von ihm herausgegebenen Börsenbriefen Aktien eines Internetportals empfohlen, das seinen Kunden Einkaufsrabbat durch Sammelbestellungen anbot. Nach Fricks Empfehlung schoss der Kurs der Aktie 2012 von zwei auf zweieinhalb Euro – um danach auf 31 Cent abzustürzen.

Zu diesem Zeitpunkt aber hatte Castro K. seine Aktien längst verkauft und ordentlichen Profit gemacht. Der 51 Jahre alte Mann ist der Hauptangeklagte in dem aktuellen Prozess, seine 48 und 43 Jahre alten Mitangeklagten spielen eine eher untergeordnete Rolle. K. ist Mitglied einer Familie, denen die Mehrheit an einer Holding gehört, die das Internetportal betrieb. Dort saß er auch im Aufsichtsrat. Er ist mit Sicherheit der Schillerndste der Angeklagten: ein Mann, der zwischen seinen beiden Wohnorten Monte Carlo und Stockholm pendelt, wenn er – wie laut Anklageschrift – nicht unter dem Decknamen „der Israeli“ auf konspirativen Treffen etwa in Südfrankreich oder auf Ibiza weilt. Seit seiner Auslieferung aus Schweden sitzt er allerdings in Deutschland hinter schwedischen Gardinen.

Millionen in Decke eingewickelt

Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben einen Deal geschlossen. Sollte K., wie angekündigt, ein umfassendes Geständnis ablegen, dürfte er mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Zumindest die Staatsanwaltschaft ist guter Hoffnung, dass K. noch weitere Hintermänner nennt.

Eine Wiedergutmachung des Schadens, der deutlich mehr als drei Millionen Euro betragen soll, sei ihm derzeit nicht möglich, sagt K., er habe aber bereits 500.000 Euro gezahlt, der Rest folge noch. Sein Mandant, sagt sein Verteidiger, sei „sehr haftempfindlich“ und hoffe, „möglichst schnell entlassen zu werden“.

Die Verlesung der Anklage macht deutlich, dass K. auch schon mal liquider war. Die 1,9 Millionen Euro, die Frick kassiert hatte, wurden in einer Wolldecke eingewickelt für ihn in einer Wohnung hinterlegt – allein der Kurier soll für seine Dienste mit einer fünfstelligen Summe entlohnt worden sein.

Ex-Börsenguru Frick war im Februar 2014 vom Frankfurter Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Auch er hatte damals gestanden, die 1,9 Millionen Euro erhalten zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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