Ermittlungen

Brandanschlag auf Haus von Krimiautor

Nach der Veröffentlichung eines türkischkritischen Romans kommt es zu einem Brandanschlag beim Autor. Der Staatsschutz ermittelt.

Nach einem Brandanschlag auf das Haus eines Krimiautors in Nordhessen ermittelt der Staatsschutz. „Wir schließen einen politischen Hintergrund nicht aus“, sagte ein Sprecher der Kasseler Polizei auf Anfrage.

Die Tat hatte sich bereits Ende September ereignet, nachdem ein türkeikritischer Krimi des Autors Matthias Gibert erschienen war. Die Polizei ermittelt seitdem wegen versuchter schwerer Brandstiftung. Sie hatte die Tat zunächst nicht bekannt gemacht, um den Autor zu schützen. Zuvor hatte hessenschau.de über den Fall berichtet.

Ende September hatte es nachts vor dem Haus Giberts einen Knall gegeben, danach stand die Eingangstreppe in Flammen. Verletzt wurde niemand, der Schaden blieb gering. Dass es einen Bezug zu dem neuen Krimi Giberts gibt, hält die Polizei für möglich. In dem Thriller lässt ein fiktiver türkischer Staatspräsident regierungskritische Deutsch-Türken ermorden. Am Tatort vor dem Haus des Autors wurden nach Aussagen von Gibert auch Flugblätter mit dem Bild des aktuellen türkischen Präsidenten und der Türkei-Flagge gefunden.

Der Autor will sich davon nicht einschüchtern lassen: Er werde weiter Lesungen seines Buches halten. „Wenn ich sage, ich lasse es sein, hätten die gewonnen, die den Anschlag verübt haben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Ob Gibert Personenschutz erhält, will die Polizei nicht verraten. „Wir führen laufend Bewertungen der Gefährdungslage durch und treffen geeignete Maßnahmen“, erklärte ein Sprecher der Polizei. (dpa)

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