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Keramat G.s Hände sind – im Gegensatz zu seinem Gesicht – noch immer vernarbt. (Archivbild)

Urteil des Bundesgerichtshofs

Bombenbauer vor Gericht erfolgreich

Ein Frankfurter Student baut eine Bombe, doch sie fliegt ihm in seiner Wohnung um die Ohren. Das Landgericht Frankfurt verurteilt den mutmaßlichen Islamisten zu drei Jahren Haft. Der Bundesgerichtshof hebt jetzt das Urteil in Teilen auf.

Der mutmaßliche Islamist und Bombenbauer Keramat G. hat vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einen Teilerfolg errungen. Das Gericht hob am Donnerstag seine Verurteilung wegen Attentatsvorbereitungen auf. Das Revisionsgericht wies den Fall zur neuen Verhandlung an das Landgericht Frankfurt zurück, das den Studenten 2013 zu drei Jahren Haft verurteilt hatte. Das Landgericht muss den Prozess jetzt zum Teil neu aufrollen.

Der Deutsche afghanischer Herkunft wollte zu Hause in seiner Höchster Studentenbude eine Bombe bauen, doch die Zutaten explodierten bereits im Küchenmixer. Die Anleitung zum Bau hatte er aus einem Internet-Artikel „Make a bomb in the kitchen of your mom“ („Bastele eine Bombe in Mamas Küche“). Bei der Explosion erlitt der Student schwere Verbrennungen an Gesicht und Händen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Schuld dem Vater gegeben

Das Landgericht müsse klären, ob der Angeklagte beim Bombenbau überhaupt schon fest zu einem Attentat entschlossen gewesen sei, urteilte der BGH. Nur dann könne er wegen der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" verurteilt werden. Sollte das Landgericht einen solchen Entschluss nicht feststellen, kann der Student mit einer milderen Strafe rechnen.

Im Prozess vor dem Landgericht Frankfurt kam heraus, dass Keramat G. vor der Explosion nicht nur Feuerwerkskörper und fuderweise Streichhölzer, sondern auch Wecker, Lichterketten, L-Rohre und eine Bohrmaschine gekauft hatte. Er gab an, er habe sich aber lediglich am interessanten Farbenspiel der explodierenden Streichhölzer ergötzen wollen. Im Übrigen gab er seinem Vater die Schuld. Dieser sei nie mit ihm zufrieden gewesen. Deshalb habe er ihm beweisen wollen, dass er auch etwas auf die Reihe bekommen könne. (dpa/FR)

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