Rhein-Main

Anklage wegen Millionenbetrugs

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Ein Online-Handel liefert die bestellte Ware nicht aus. Es gibt mindestens 9000 Geschädigte. Nun stehen drei Männer vor dem Frankfurter Landgericht.

Wegen eines groß angelegten betrügerischen Online-Handels müssen sich demnächst drei Männer vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft den Männern im Alter von 55, 48 und 32 Jahren banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor. Sie sollen Elektrogeräte wie Smartphones, Staubsauger und Spülmaschinen im Internet angeboten und verkauft, nicht aber ausgeliefert haben. Von August bis November 2017 soll das Trio so in 9301 Fällen Geld in Höhe von 5,1 Millionen Euro ergaunert haben. Anfangs waren noch Waren ausgeliefert worden.

Den Ermittlungen zufolge soll der „Fake-Shop“ im Tatzeitraum Umsätze in Höhe von 11,4 Millionen Euro generiert haben. Ein Großteil der Geschädigten sah laut Polizei allerdings von einer Strafanzeige ab, sonst läge die Schadenssumme noch höher.

Da der Sitz des Fake-Shops in Langen war, sind viele Verbraucher aus dem Rhein-Main-Gebiet unter den Opfern. Allein bei der Frankfurter Polizei waren 6000 Strafanzeigen zu Bestellungen auf der Domain www.kkgtechnik.de eingegangen. Die Website soll das Trio mit Hilfe von Hintermännern eingerichtet haben, die in der Türkei sitzen.

Dem 55-Jährigen, der auch als Geschäftsführer fungierte, wird zudem vorgeworfen, die Umsatzsteuer für das Unternehmen von August bis November 2017 nicht gezahlt zu haben. Dem Fiskus entgingen dadurch 1,6 Millionen Euro. Der 55-Jährige war im Juni am Frankfurter Flughafen festgenommen worden, als er aus Südostasien einreiste. Der 48-Jährige war am selben Tag in seiner Wohnung in Oberhausen festgenommen worden. Der 32-Jährige war zunächst untergetaucht, bevor auch bei ihm Ende September die Handschellen klickten.

Die drei Angeschuldigten befinden sich derzeit noch in Untersuchungshaft. Von dem betrügerisch erlangten Geld konnten die Behörden bislang nur 395 000 Euro durch Pfändung von Vermögenswerten erlangen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde Ende November das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Online-Unternehmens eröffnet.

Probleme mit Fake-Shops gibt es häufig, doch das nun angeklagte Trio soll einen der bislang größten betrieben haben.

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