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Linksradikale demonstrieren Anfang Juli ihre Solidarität mit den vier Beschuldigten aus Frankfurt und Offenbach.

G20-Gipfel in Hamburg

Anklage wegen G20-Randale

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Im Juni wurden vier Männer aus Frankfurt und Offenbach verhaftet, weil sie sich an Ausschreitungen in Hamburg beteiligt haben sollen. Nun kommen sie vor Gericht.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen vier junge Männer aus Frankfurt und Offenbach erhoben, die beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli vergangenen Jahres an Ausschreitungen beteiligt gewesen sein sollen. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Frankfurter Rundschau auf Anfrage sagte, werde den vier Männern im Alter von 17, 18, 21 und 24 Jahren Brandstiftung, schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Außerdem müssten sie sich wegen Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Da die vier Beschuldigten Teil einer „untereinander solidarisch auftretenden Gruppe“ gewesen seien, werte die Anklage die Taten als gemeinschaftlich begangen, hieß es.

Alle vier Männer werden den Angaben zufolge vor der Jugendkammer des Landgerichts Hamburg angeklagt. Man halte das Landgericht für zuständig, weil „aus unserer Sicht eine deutliche Freiheitsstrafe in Betracht kommen könnte“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Vor der Jugendkammer klage man an, weil zwei der Beschuldigten zum möglichen Tatzeitpunkt noch minderjährig waren und die Anklageschrift die Taten als inhaltlich zusammengehörigen Komplex betrachte. Noch hat das Gericht laut Staatsanwaltschaft nicht entschieden, ob es die Anklageschrift zulässt und eine Hauptverhandlung eröffnet. Wann der Prozess beginnt, ist dementsprechend noch nicht abzusehen.

Die vier Männer aus dem Rhein-Main-Gebiet waren Ende Juni im Rahmen einer bundesweiten Razzia wegen der Randale während des G20-Gipfels verhaftet, unmittelbar nach Hamburg gebracht und in Untersuchungshaft genommen worden. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Männer, die in Offenbach wohnen, waren nach zwei Tagen von einem Haftrichter wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil sie zum Tatzeitpunkt noch minderjährig waren. Der 21 Jahre alte Mann aus Offenbach und der 24-jährige Frankfurter befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Der Staatsanwaltschaft zufolge sollen die vier Beschuldigten an Ausschreitungen am ersten Tag des G20-Gipfels beteiligt gewesen sein. Am frühen Morgen waren damals nach Polizeiangaben etwa 220 vermummte Personen durch die im Stadtteil Altona gelegene Elbchaussee gezogen, hatten Fensterscheiben eingeworfen, zahlreiche Autos in Brand gesetzt und Brandsätze gegen eine Ikea-Filiale geworfen. In Frankfurt waren Anfang Juli rund 350 Anhänger der linksradikalen Szene auf die Straße gegangen, um die sofortige Freilassung der vier Männer zu fordern. Mit Parolen wie „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ oder „Die ganze Welt hasst die Polizei“ waren sie vom autonomen Kulturzentrum Klapperfeld durch die gesamte Innenstadt bis zum Kaisersack gezogen.

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