Frankfurt

Alexander Falk bleibt in Haft

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Alexander Falk bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Unternehmer soll einen Mord in Auftrag gegeben haben.

Der 49 Jahre alte Alexander Falk bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Frankfurt hat eine Haftbeschwerde der Verteidiger Falks abgelehnt. Mittlerweile soll der am 4. September in Hamburg festgenommene Falk ins Gefängnis in Preungesheim verlegt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 2009 den Mord an einem Frankfurter Rechtsanwalt in Auftrag gegeben zu haben. Der Schuss, der 2010 vor dessen Wohnhaus in Harheim von einem nach wie vor Unbekannten abgegeben worden war, traf den Anwalt zwar nur ins Bein, verletzte ihn aber dennoch schwer. Alexander Falk gehörte schon damals zum Kreis der Verdächtigen, saß allerdings zum Zeitpunkt der Tat aus einem anderen Grund im Gefängnis. 

Damals konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Mittlerweile aber scheinen die Ermittler auf neue Indizien gestoßen zu sein, die Falk als Auftraggeber erscheinen lassen – welche das sind, ist aber noch unklar. Falks Verteidiger hatten bereits unmittelbar nach der Festnahme ihres Mandanten dessen Unschuld beteuert.

Falk, Erbe des berühmt-berüchtigten Kartographie-Imperiums mit patentierter Falt-Technik, hatte 1996 das einstige Familienunternehmen verkauft und war mit dem Millionenerlös anfangs erfolgreich als Internet-Unternehmer unterwegs. Es folgte der tiefe Fall: 2008 wurde er wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall, Kursmanipulation und Steuerhinterziehung vom Landgericht Hamburg zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Falk hatte mit anderen Tätern mittels Scheingeschäften den Wert eines ihm gehörenden Internetanbieters massiv geschönt, bevor er ihn mit sattem Gewinn verkaufte. 

2012 wurde er in einem Zivilprozess zudem erstinstanzlich zur Zahlung von 209 Millionen Euro Schadenersatz an das von ihm übers Ohr gehauene Unternehmen verurteilt. Einer der Rechtsanwälte, die die damalige Schadenersatzklage vorbereitet hatten, war der in Harheim angeschossene Anwalt. Später hatte sich Falk mit dem Unternehmen auf einen Vergleich in unbekannter Höhe geeinigt. Bis zu seiner Festnahme im September schienen die Geschäfte des Unternehmers wieder sehr ordentlich zu laufen.

Von Stefan Behr 

Was beim Prozessauftakt gegen Alexander Falk passiert, können Sie hier verfolgen. Am sechsten Verhandlungstag, können sich indes die Zuschauer nicht über mangelnde Unterhaltung beklagen. Der Falk-Prozess kommt nicht so recht weiter. Ein wichtiger Zeuge verweigert in Frankfurt die Aussage. 

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