Mainz

Bischof Kohlgraf kritisiert Scheinwahrheiten

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in seiner Weihnachtspredigt im Dom dazu aufgerufen, keine Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen. „Für viele Menschen ist Wahrheit heute gefühlte Wahrheit, oder sie ist zurechtgemachte Wahrheit. Wahlen werden beeinflusst durch gefälschte Wahrheit“, sagte er am Dienstag laut einer vorab verbreiteten Mitteilung des Bistums.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in seiner Weihnachtspredigt im Dom dazu aufgerufen, keine Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen. „Für viele Menschen ist Wahrheit heute gefühlte Wahrheit, oder sie ist zurechtgemachte Wahrheit. Wahlen werden beeinflusst durch gefälschte Wahrheit“, sagte er am Dienstag laut einer vorab verbreiteten Mitteilung des Bistums.

Wahrheit sei verwirklichte Gottes- und Nächstenliebe. Die Lüge konzentriere sich nur auf den Eigennutz. „Zu oft kommt dies in den innerkirchlichen Debatten zu kurz.“ Weihnachten sei der Moment für eine persönliche Entscheidung zur Wahrheit oder zur Lüge.

Nicht nur der einzelne, auch die Kirche müsse sich entscheiden. „Wir stehen heute vor der erschreckenden Tatsache, dass es eine dunkle Seite dieser Kirche gibt.“ Das Licht Christi müsse neu in diese dunkle Zone hereingelassen werden. Zwischen Licht und Finsternis gebe es keinen Kompromiss. „Sünde und Schuld müssen ans Licht. Ich habe in den letzten Monaten neu gelernt, dass wir zu banalisierend über Sünde reden.“

Hunderte Kinder und Jugendliche sind nach Akten der katholischen Bistümer in Rheinland-Pfalz und im Saarland seit 1946 durch Geistliche sexuell missbraucht worden. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die im Herbst vorgestellt wurde. In dem Skandal räumten die Bistümer Trier, Mainz, Speyer und Limburg Fehler ein.

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