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Birkelbach gestorben

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SPD-Politiker wurde 95

Im Januar hatte Willi Birkelbach noch seinen 95. Geburtstag gefeiert. Glückwünsche kamen auch per Mail, die der geistig rege Pensionär täglich las. Auch eine eigene Homepage hat er bis zuletzt betrieben. Nun ist der Sozialdemokrat, Europapolitiker und weltweit erste Datenschutzbeauftragte gestorben.

Wie seine Familie erst am Dienstag mitteilte, starb Birkelbach am 17. Juli. Die Beisetzung fand ohne öffentliche Beteiligung im engsten Familienkreis statt.

Willi Birkelbach war 78 Jahre lang Mitglied der SPD. Er gehörte zu den Autoren des Godesberger Programms der SPD. Als Mitglied der Sozialistischen Fraktion im Europäischen Parlament, als deren Vorsitzender er von 1958-1964 fungierte, trug der gebürtige Frankfurter maßgeblich zum Ende der Franko-Diktatur in Spanien bei. Er setzte einen Beschluss durch, der nur demokratischen Nationen den Zutritt in die damalige EWG erlaubte. Dafür ehren die spanischen Sozialisten Birkelbach bis heute.

Im Bundestag saß der SPD-Politiker von 1949 bis 1964, von 1954 bis 1963 führte er den Bezirk Hessen-Süd seiner Partei. Weiter wirkte er als Chef der hessischen Staatskanzlei. 1971 bis 1975 war Birkelbach hessischer Datenschutzbeauftragter. Er wurde mit etlichen Ehrungen bedacht, unter anderem mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der Willy-Brandt-Plakette der SPD und dem Großen Bundesverdienstkreuz. emem

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