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Illustrator Jonas Lauströer mit dem von ihm gestalteten Buch "Der Hase und der Igel".
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Illustrator Jonas Lauströer mit dem von ihm gestalteten Buch "Der Hase und der Igel".

Struwwelpeter-Museum

Bilder, die uns bleiben

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Das Frankfurter Struwwelpeter-Museum zeigt in seiner neuen Ausstellung Klassiker der Kinderbuchliteratur und meisterliche Illustrationen des Hamburger Künstlers Jonas Lauströer.

Wohl fast jede Kindheit wird begleitet von einigen geliebten Bilderbüchern, die sich ein Leben lang einprägen. Max und Moritz, der Struwwelpeter, Alice im Wunderland, Pinocchio, Pippi Langstrumpf und seit ein paar Jahren auch der Grüffelo sind solche unsterblichen Bilderbuchfiguren. Mit der Frage, wieso ein Kinderbuch zum Klassiker wird, beschäftigt sich jetzt eine Ausstellung im Frankfurter Struwwelpeter-Museum, die Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg mit einem studentischen Seminar der Uni Frankfurt, wo sie seit 2010 einen Lehrauftrag hat, konzipierte. „Wir könnten zu jeder Figur eine eigene Ausstellung machen“, sagt sie.

Der Grüffelo werde jedenfalls bleiben, da ist sich die Museumsleiterin schon sicher. Er greife die Thematik Klein gegen Groß sehr schön auf. Im Gegensatz dazu dürften andere gerade sehr populäre Figuren wieder verschwinden, etwa die allgegenwärtige Prinzessin Lillifee. „Irgendwann ist eben Lila statt Rosa in Mode.“

Was macht denn nun einen Bilderbuch-Klassiker aus? Für Ute Dettmar, Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung, muss er „überzeitlich“ sein, Kinderprobleme und Fantasie ansprechen. „Bilder und Figuren verleihen den Texten Gehalt und bleiben im Kopf“, sagt die Professorin. Ergänzend zeigt das Museum im Westend, das dem Werk des Arztes Heinrich Hoffmann und seinem berühmten Bilderbuch gewidmet ist, Originalillustrationen des vielfach ausgezeichneten Hamburgers Jonas Lauströer. Der Künstler, Jahrgang 1979, der auch wissenschaftlicher Illustrator ist, hat unter anderem ganz außergewöhnliche, sehr fein beobachtete Bilder zu „Reineke Fuchs“, „Hase und Igel“ und „Hans Huckebein“ gemalt und gezeichnet.

Um ein Klassiker zu werden, braucht es wohl auch Anfeindungen. Zur Geschichte des Struwwelpeters gehört trotz des gewaltigen Erfolgs von Anfang auch heftige Ablehnung. Gegen die „Wilden Kerle“ von Maurice Sendak liefen die Pädagogen einst Sturm, und auch Pippi Langstrumpf hatte viele Feinde.

Als Lauströers Bilderbuch über den Raben Huckebein von Wilhelm Busch 2010 ausgezeichnet werden sollte, gab es selbst in der Jury Kritik. Das sei zu gewalttätig – was einen angesichts der teils sehr drastischen Busch’schen Originale doch verwundert. Allzu nachhaltig war der Protest offenbar auch nicht. 2017 zeigt er seine Bilder in Wilhelm Buschs Geburtshaus in Wiedensahl. „Das ist für mich der Ritterschlag“, sagt Lauströer.

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