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Zum Demo-Korso auf den Feldberg hat der Bundesverband der Motorradfahrer aufgerufen.

Demo

Bikerdemo gegen Straßensperrungen am Feldberg 

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500 Motorradfahrer protestieren gegen die Straßensperrung rund um den Großen Feldberg.

Könige der Landstraße sind sie ohnehin. Am Sonntagmittag waren sie es für eine halbe Stunde sogar mit Geleitschutz der Polizei. Motorisierte Polizisten mit Blaulicht haben den Weg frei gemacht für einen Demonstrationskorso von etwa 500 Motorradfahrern. Haben das letzte Teilstück der A 661 vor dem Taunus kurzfristig gesperrt, Kreuzungen frei gehalten und die Biker in gemächlichem Tempo über die Landstraßen bis zum Plateau des Großen Feldbergs eskortiert. Ohne riskante Einlagen in der „Applauskurve“ zwischen Hohemark und Sandplacken, ohne röhrende Motoren und knatternden Auspuff bei rasendem Tempo.

„Gemeinsam für freie Wege“ hatte der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) als Motto für die Demo vorgegeben. Es war durchaus spürbar, dass Polizei und Biker eine ähnliche Vorstellung von friedlicher Koexistenz haben. Auf mindestens doppelt so viele Protestierer hatte BVDM-Sprecher Rainald Mohr gehofft.

Eine eindrucksvolle Demonstration gegen eine mögliche Sperrung des Feldberggebietes für Motorradfahrer war der motorisierte Lindwurm auf dem Weg vom Landratsamt in Bad Homburg bis auf den höchsten Taunusgipfel aber auch in halber Stärke. Eine „Demo gegen Unvernunft“ nannte es der Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) bei einer Kundgebung im Hof der Kreisverwaltung, später saß er selbst als Sozius auf einer schweren Maschine. „Sie sind nicht die Adressaten“, rief er den meist gesetzteren Herren und Damen in Motorradkluft zu, „es ist eine Demo gegen Unvernünftige, die das Problem darstellen.“

Zweimalige Sperrung des Gebietes

Die zweimalige Sperrung des Gebietes rund um den Großen Feldberg (mit Anfahrmöglichkeit über Königstein) für jeweils neun Tage im Mai und im September hatten die Polizei des Hochtaunuskreises, Straßenverkehrsbehörden, das Regierungspräsidium, die anliegenden Kommunen und das hessische Verkehrsministerium stets damit begründet, „Erkenntnisse zu gewinnen, ob eine dauerhafte oder auch teilweise Sperrung bestimmter Abschnitte für Motorradfahrer im Feldberggebiet sinnvoll sein könnte“. Stichworte: die erhöhte Unfallhäufigkeit in den Sommermonaten mit Motorrädern, Raserei auf beliebten „Rennstrecken“, gewagte Fahr- und Überholmanöver, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden würden.

In Motorradkreisen geht seit der Verkündung der temporären Sperrung im Frühjahr die Befürchtung um, Biker könnten die „Rote Karte“ auf Dauer bekommen. Mehrfach versicherte Verkehrsdezernent Kraft, dass die Auswertung der ermittelten Daten während der Sperrungen „ergebnisoffen“ sei und danach Verbände und Polizei, Anwohner und Behörden in einem „offenen Dialog“ Entscheidungen für die Zukunft treffen sollen. Kraft: „Es ist nichts entschieden.“

Der Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Hochtaunus, Oliver Link, hatte bereits nach der ersten Testphase mit Sperrung angekündigt, dass „eine generelle Sperrung keine Option ist“. Dies sei nicht das Ziel. „Der Feldberg ist für alle da“, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Naas aus dem Taunus. Und appellierte an die Politikerkollegen, statt auf „Disziplinierung durch Kollektivstrafe“ solle man auf mehr und effektivere Kontrollen und eine bessere Technik und Ausstattung für die Polizei setzen.

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