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Luftbild vom Kernkraftwerk Biblis am Rhein.

Atomkraft

Biblis: Atomtransport-Absage ermutigt Kritiker

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Castoren rollen vorerst nicht ins hessische Zwischenlager Biblis. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Atomkraftgegner wollen die nächsten Wochen und Monate nutzen, um auf politischer Ebene und öffentlich für die Absage der geplanten Castor-Transporte nach Deutschland zu werben. Das sagte Silke Westphal vom Bündnis „Castor stoppen“ der Frankfurter Rundschau am Dienstag.

In der vorigen Woche hatte die zuständige Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mitgeteilt, dass der für dieses Frühjahr geplante Transport von verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield ins Zwischenlager Biblis ausgesetzt werde. „Die an der Rückführung beteiligten Unternehmen und Institutionen werden sich zu gegebener Zeit über ein neues Terminfenster für die Rückführung verständigen“, kündigte die GNS an. Die Behörden hätten mitgeteilt, dass der geplante Einsatz ihrer Polizisten wegen der Corona-Ausbreitung „nicht verantwortbar“ sei.

Nach Medienberichten sollte der Transport von 6000 Bundespolizisten begleitet werden. Aktivistin Westphal urteilte angesichts dieser Zahl, damit befinde man sich fast „auf dem Weg zum Polizeistaat“. Die Gegner der Atomtransporte bedauerten, dass es „nicht die umfangreichen Kritikpunkte am Sicherheitskonzept des Transports oder der Einlagerung des Atommülls im Zwischenlager Biblis“ gewesen seien, die zur Absage führten. Die Behörden hatten den Transport und die Einlagerung für sicher erklärt. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung genehmigte Mitte Februar den Transport für dieses Frühjahr.

Es geht um sechs Castor-Behälter, die nach Biblis gebracht werden sollen. Es sind die ersten von 25 Castoren, die aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Sellafield und dem französischen La Hague in vier deutsche Zwischenlager gebracht werden sollen, die an Standorten von Atomkraftwerken eingerichtet wurden.

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