Offenbach

Bewegung statt Tablets

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An der Offenbacher Anne-Frank-Schule sind digitale Medien umstritten.

An der Anne-Frank-Schule in Offenbach steht für die 3 a heute das „Internet-ABC“ auf dem Stundenplan. Die 18 Jungen und Mädchen sind dafür in den Computerraum umgezogen. Auf einem großen Bildschirm läuft etwas unscharf und ruckelig ein Film mit der „Maus“, die erklärt, was eine Homepage ist, was ein Provider so tut und wozu man einen Router braucht.

Tatsächlich erklärt die Maus, wozu man ein Modem braucht. Claudia Witzel, die an der Grundschule die Internetbeauftragte ist und auch das Internet-ABC unterrichtet, klärt am Ende des Videos auf, dass man heutzutage solche Modems nicht mehr braucht, weil es inzwischen Moderneres gibt. Handys zum Beispiel.

15 PCs hat die Grundschule, dazu einen Klassensatz Tablets, die nur im Computerraum genutzt werden können, weil es nur dort einen Internetanschluss gibt.

Die Kinder, die die Anne-Frank-Schule besuchen, sind mit Handy, Tablet und Spielekonsole nur allzu vertraut. „Wir versuchen, sie auch über die Gefahren im Internet aufzuklären“, erläutert Lehrerin Witzel. „In der Tat lavieren wir bei dem Thema Bildschirmzeiten etwas herum“, sagt Schulleiterin Hanne Opiolka.

Zum einen sei es für die Jungen und Mädchen oft motivierend, mit Hilfe von digitalen Medien zu lernen. Andererseits fehlen vielen zu Hause die sinnlichen und motorischen Erfahrungen. „Und es fehlt oft an der Lust, sich in etwas zu vertiefen und auch durchzuhalten“, berichtet Opiolka.

Witzel und sie führen das auf die vielen Stunden vor größeren oder kleineren Monitoren zurück, wo täglich oft stundenlang gespielt, gesurft oder in sozialen Netzwerken gechattet wird.

An der Schule gilt daher ein strenges Handyverbot, was nicht alle Eltern gut finden. „Als Schule allein können wir das Übermaß an digitalen Medien nicht steuern und schon gar nicht umdrehen“, sagt Opiolka. Sicher wären WLAN und Smartboards hilfreich, um auch im Unterricht gezielt Tablets einsetzen zu können, wo das sinnvoll erscheint. „Vor allem aber“, sagt Opiolka, „brauchen diese Kinder mehr Bewegung und echte Erfahrungen.“

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