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Bewährungsstrafe für Altenpfleger

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Senioren im Pflegeheim. (Symbolbild)
Senioren im Pflegeheim. (Symbolbild) © dpa

Ein Altenpfleger wirft Medikamente weg statt sie dementen und bettlägerigen Senioren zu geben. Das Landgericht Frankfurt verurteilt ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung durch Unterlassen. Der 33-Jährige fühlte sich nach eigenen Angaben überfordert.

Weil er mit der Betreuung dementer und bettlägeriger Senioren in einem Altenheim überfordert war und Medikamente weggeworfen hatte, ist ein 33 Jahre alter Altenpfleger am Mittwoch in Frankfurt zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Berufung der Staatsanwaltschaft hatte vor dem Landgericht damit Erfolg. In erster Instanz war der Mann vom Amtsgericht lediglich zu einer Geldstrafe von 9000 Euro (150 Tagessätze) verurteilt worden. In beiden Fällen gingen die Gerichte von vorsätzlicher Körperverletzung durch Unterlassen aus.

Um Hilfe geschrieen

Der Pfleger war an im Dezember 2012 in den Feierabend gegangen, ohne den sechs Senioren die üblichen Beruhigungs- und Schlafmittel zu verabreichen. Die Medikamente warf er stattdessen in den Abfall. Die alten Leute konnten daraufhin nicht schlafen und schrien nach Hilfe. Vor Gericht legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Er sei mit seiner Arbeit psychisch überfordert gewesen.

Nach der Tat verlor er die Stelle in dem Altenheim und begab sich in therapeutische Behandlung. Die Strafkammer setzte als Bewährungsauflage die Zahlung von 990 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung fest.

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