Eintracht Frankfurt

Beuth unter politischem Beschuss

  • schließen

Die Opposition wirft dem Minister unwürdiges Verhalten. Er führe einen „persönlichen Feldzug“ gegen Eintracht Frankfurt und ihre Fans.

Eigentlich wird der Landtag auf SPD-Antrag erst morgen über die Ereignisse rund um das Eintracht-Spiel am vorigen Donnerstag diskutieren. Doch anlässlich der Regierungserklärung von Innenminister Peter Beuth (CDU) lieferten die Abgeordneten am Dienstag schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

Beuth selbst hatte das Thema als Erster angesprochen, sein Vorgehen und das der Sicherheitskräfte nochmals verteidigt: Es gehe nicht um die Eintracht oder seine Beziehung zu dem Verein, betonte er. „Es geht um die Sicherheit von jedem“, sagte Beuth: „Eine Fankurve ist kein rechtsfreier Raum.“

Die Sozialdemokraten warfen ihm vor, Öl ins Feuer geschüttet zu haben. Statt sich um Deeskalation zu bemühen, habe er die Stimmung mit seinem Statement vor der Presse auch noch angeheizt, sagte die innenpolitische Sprecherin Nancy Faeser. „Das ist eines Innenministers nicht würdig.“ Hingegen versuchte Eva Goldbach (Grüne) die Wogen zu glätten. Notwendig sei nun eine „Abrüstung der Sprache“. Es sei „sehr erfreulich“, dass die Polizei das klärende Gespräch mit der Eintracht suche.

Auch der Minister müsse jetzt ein klares Signal der Dialogbereitschaft an den Verein senden, forderte der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der FDP, Stefan Müller.

Am härtesten ging Hermann Schaus mit dem Minister ins Gericht, der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken. Statt sich zu entschuldigen, sei Beuth in die „Angriffsverteidigung“ gegangen. Bei seinem „persönlichem Feldzug gegen Eintracht Frankfurt und die Fan-Vereine“ seien Menschen schwer verletzt worden – „wegen vager und im Nachhinein falscher Verdächtigungen“. Am Wochenende habe der CDU-Politiker bundesweite Berühmtheit erlangt. In vielen Stadien des Landes seien Transparente mit Sprüchen gegen Beuth zu sehen gewesen. „Keines wurde von der Polizei abgehängt.“ Dass Beuth den Einsatz im Nachhinein als „angemessen und notwendig“ bezeichnet habe, bestätige, dass er „eine politische Fehlbesetzung“ sei, sagte Schaus. Beuth habe dem Verhältnis zwischen Polizei und Fußballfans im ganzen Land schwersten Schaden zugefügt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare