Die Prüfungsergebnisse in Hessen sind außergewöhnlich gut.
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Die Prüfungsergebnisse in Hessen sind außergewöhnlich gut.

Schule

Bestnoten beim Landesabitur in Hessen

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Prüfungsergebnisse in Hessen sind außergewöhnlich gut - trotz der Schulschließungen wegen Corona. Im nächsten Jahr aber soll einiges anders werden.

Die Abiturprüfungen an den Schulen in Hessen mussten in diesem Jahr unter ganz besonderen Bedingungen geschrieben werden. So waren die Schulen geschlossen, die Prüfungen selbst unterlagen strengen Hygieneregeln, eine gemeinsame Vorbereitungszeit gab es so gut wie nicht. Die hessischen Prüflinge aber haben unter diesen Bedingungen die beste Durchschnittsnote erreicht, seit im Jahr 2007 das Landesabitur mit zentral erstellten Aufgaben eingeführt worden ist.

„Das diesjährige Abitur wird wohl in die Geschichte der hessischen Schullandschaft eingehen“, sagt dazu Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Noch nie hätten die Prüfungen in solch außergewöhnlichen und herausfordernden Zeiten stattgefunden. Unter anderem war darüber gestritten worden, ob die Prüfungen überhaupt zu den vorgesehenen Terminen möglich seien oder ob sie verschoben werden müssten.

Noten und Termine

Mit einer Durchschnittsnote von 2,33 haben die hessischen Abiturienten und Abiturientinnen die diesjährige Reifeprüfung absolviert. Das ist die beste Note sei Einführung des Landesabiturs 2017.

2021 werden die Prüfungen erstmals erst nach den Osterferien stattfinden. Die schriftlichen Prüfungen sollen von 21. April bis 5. Mai geschrieben werden. pgh

Hessen hatte sich dafür entschieden, beim ursprünglichen Zeitplan zu bleiben. „Im Nachhinein zeigt sich, dass dies die richtige Entscheidung gewesen ist“, resümiert Lorz. Den Schülerinnen und Schülern war wegen der Coronakrise freigestellt, an den Prüfungen teilzunehmen. Dennoch seien fast alle an den Terminen in den Schulen erschienen, teilte das Kultusministerium mit.

Insgesamt haben gut 23 200 Prüflinge teilgenommen. Davon haben knapp 22 400 bestanden, was einer Quote von 96,4 Prozent entspricht. Sie erreichten dabei eine Durchschnittsnote von 2,33. Im Vorjahr lag diese bei 2,37, im Jahr 2017 sogar bei 2,41. Sowohl bei den Noten als auch bei der Quote der bestandenen Prüfungen war 2020 damit ein gutes Jahr für die hessischen Abiturientinnen und Abiturienten.

Eine Schülerin aus Wiesbaden hatte im März noch versucht, die Abiturprüfungen auf juristischem Weg zu verhindern. Mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden wollte sie das gesamte Abitur stoppen. Als Begründung hatte sie eine gesundheitliche Gefährdung aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus angeführt. Das Gericht war dieser Argumentation nicht gefolgt. Der Infektionsschutz an der Schule sei ausreichend, zudem bestehe ein Schutz bereits darin, dass die Schulen für alle anderen Schülerinnen und Schüler mit Ausnahme der Prüflinge geschlossen seien.

Im nächsten Jahr finden die Abiturprüfungen zum ersten Mal nach den Osterferien statt. Den Wunsch nach einer Verschiebung hatte die Landesschülervertretung vorgebracht, als Corona noch kein Thema war. Auch der Landeselternbeirat unterstützte diese Forderung. Damit sollen die Prüflinge mehr Zeit für die Vorbereitung erhalten. Eigentlich sollte damit erst 2022 begonnen werden. Damit der aktuelle Jahrgang Zeit hat, versäumten Stoff nachzuholen, wurde die Verschiebung der Termine nun um ein Jahr vorgezogen.

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