Fälle

Beschimpfungen und Gewalt

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Die Frankfurter Rundschau dokumentiert Fälle von Beleidigungen und Übergriffen in Frankfurt.

Auch in Frankfurt kommt es immer wieder zu antisemitischen Beleidigungen und Übergriffen, die regelmäßig ein großes öffentliches Echo hervorrufen. Wir dokumentieren hier einige Fälle aus den letzten Monaten.

Im September vergangenen Jahres sorgte ein Angriff an der Frankfurter Hauptwache für Aufsehen: Ein 20-Jähriger, Mitglied der Jungen Liberalen, hatte dort nach einem Clubbesuch am frühen Morgen zwei junge Männer kennengelernt. Als sich während des Gesprächs herausstellte, dass der 20-Jährige Jude ist und Familie in Israel hat, griffen die Fremden ihn unvermittelt an. Dabei sollen sie gesagt haben, sie seien Palästinenser. Der Vorfall sorgte für große Empörung, die Jungen Liberalen und Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) kritisierten den Vorfall. Die Staatsschutz-Abteilung der Frankfurter Polizei übernahm die Ermittlungen, musste aber bereits Ende Oktober aufgeben: Die beiden mutmaßlichen Täter konnten nicht identifiziert werden.

Anfang Februar dieses Jahres kam es in Schwanheim zu einem offenbar antisemitisch motivierten Übergriff: Eine Gruppe von neun Schülern, einer von ihnen jüdisch, war mit der Tramlinie 12 zu einer Beerdigung unterwegs. Plötzlich wurde die Gruppe von einem Mitreisenden übel angepöbelt, dabei sollen auch antisemitische Schimpfwörter gefallen sein. Schließlich versuchte der Angreifer sogar, einem der Schüler ins Gesicht

zu treten. Dieser konnte jedoch noch ausweichen. An der Straßenbahnhaltestelle Harthweg verließ der Angreifer dann die Tram und flüchtete.

Im Juli vergangenen Jahres berichtete die FR über einen weiteren Vorfall von Antisemitismus: Aron Abraham, der angibt, der Minderheit kurdischer Juden in Syrien zu entstammen, berichtete, zwei Mitarbeiter des Frankfurter Jobcenters hätten sich ihm gegenüber antisemitisch geäußert. Unter anderem soll einer „Arbeit macht frei“ zu ihm gesagt haben – der Spruch prangte über den Toren nationalsozialistischer Vernichtungslager. Das Jobcenter kündigte

eine interne Prüfung und Mitarbeitergespräche an und entschuldigte sich in einem Brief bei Aron Abraham.  

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