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Der bundesweite Digitalpakt soll in Hessen nicht nur den allgemeinbildenden Schulen zugute kommen.

Bildung

Berufsschulen in Hessen werden digitaler

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Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will Geld aus Pakt nicht nur in allgemeinbildende Schulen stecken

Die Euro-Millionen aus dem bundesweiten Digitalpakt sollen nicht nur den allgemeinbildenden Schulen zugute kommen, sondern auch den Berufsschulen. Das hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) versichert.

Die Hessischen Industrie- und Handelskammern (HIHK) hatten ihre Sorge geäußert, dass die beruflichen Schulen nicht von dem Programm profitieren würden. Sie seien „irritiert, dass in der gesamten Diskussion und parteiübergreifend der Digitalisierungsbedarf der hessischen Berufsschulen offensichtlich keinerlei Rolle spielt“, schrieb HIHK-Geschäftsführer Robert Lippmann an Minister Lorz. Dabei seien gerade die Auszubildenden jene Gruppe unter den jungen Leuten, „die zuerst mit den Herausforderungen des digitalen Strukturwandels konfrontiert“ werde – noch vor anderen Schülern und Studierenden.

Das Kultusministerium verspricht, die Berufsschulen in seine Überlegungen einzubeziehen. „Der Landesregierung ist bewusst, welche Bedeutung die Maßnahmen der Digitalisierung gerade für den Bereich der beruflichen Bildung haben“, versicherte Ministeriumssprecher Philipp Bender auf Anfrage der FR. Das Kultusministerium werde „in der landesinternen Umsetzung des Digitalpakts die Belange der beruflichen Schulformen besonders im Blick haben“.

Die Industrie- und Handelskammern machten Lorz konkrete Vorschläge, wie die digitale Bildung an beruflichen Schulen verankert werden könnte. So sollte das Land nach ihrer Ansicht in speziellen Fortbildungen „Berufsschullehrer mit didaktischen Konzepten zur Verknüpfung von digitalen Medien mit der Berufs- und Lernwelt unterstützen“.

Außerdem könnte die Nutzung von Tablets in der dualen Ausbildung erprobt werden, schlägt Lippmann vor. Dies könne in Form eines mehrjährigen Schulversuchs geschehen.

Das Kultusministerium zeigt sich aufgeschlossen für diese Idee, ohne Zusagen für eine Finanzierung aus dem Digitalpakt zu geben. Die Tablets müssten auf beiden Seiten erprobt werden, betont Ministeriumssprecher Bender – im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Der Einsatz der mobilen Endgeräte besitze nur dann „wirklichen Mehrwert“ für die Auszubildenden, wenn sie sowohl im Betrieb als auch in der Schule auf die relevanten Informationen zugreifen könnten.

Der Bundesrat hatte am Freitag den Weg freigemacht für die Grundgesetzänderung, die dem Bund eine Finanzierung der Bildung erlauben würde. Lorz sprach von einem „guten Tag für die Schulen in Deutschland“.

Der Digitalpakt

Fünf Milliarden Euro gibt der Bund für den Digitalpakt, mit dem die Schulen auf die Digitalisierung eingestellt werden sollen. Die Bundesländer investieren längst in diesem Bereich, haben aber für den Pakt weitere 500 Millionen Euro zugesagt.

372 Millionen Euro aus dem Digitalpakt gehen laut Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nach Hessen. Da sie auf fünf Jahre verteilt werden, sind das fast 75 Millionen Euro pro Jahr.

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