Steuerausfälle

Bericht zu Corona-Steuerausfällen nur Momentaufnahme

Das Finanzministerium warnt vor voreiligen Rückschlüssen bei der coronabedingten Entwicklung der Steuereinnahmen in Hessen.

Die Zahlen in Hessen bestätigten in der Tendenz den Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Sie stellen aber nur eine Momentaufnahme dar und lassen noch keinen belastbaren Rückschluss auf das Jahresergebnis zu.“

Nach dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums führte die Corona-Krise zu einem Einbruch der Steuereinnahmen des Staates im Juni um 19 Prozent im Jahresvergleich. Im gesamten ersten Halbjahr ist das Steueraufkommen demnach um 9,1 Prozent gesunken. Die Länder verbuchten laut dem Bericht im Juni einen Rückgang ihrer Steuereinnahmen um 16,5 Prozent.

Die Zahlen in Hessen bewegten sich insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Mai-Steuerschätzung, teilte der Sprecher mit. Danach wird von einem Verlust im Land von rund drei Milliarden Euro im Vergleich zur Oktober-Steuerschätzung im Jahr 2019 ausgegangen. Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) rechnet wegen der Auswirkungen der Corona-Krise bis zum Jahr 2023 sogar mit Ausfällen von insgesamt 6,4 Milliarden Euro.

Ursprünglich war das Finanzministerium nach eigenen Angaben von Steuereinnahmen in diesem Jahr in Höhe von rund 23,1 Milliarden Euro ausgegangen. Durch die erwarteten Ausfälle werde nun mit einem Volumen von etwa 20,1 Milliarden Euro im Jahr 2020 gerechnet. (dpa)

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